
Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa bestätigte am 11. März, dass ihre Cockpit-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit am Donnerstag und Freitag (12.–13. März) zu einem vollständigen 48-stündigen Streik aufruft. Die Airline hat einen Sonderflugplan veröffentlicht, der rund 60 % der geplanten Langstreckenflüge und „mehr als 50 %“ des Gesamtangebots schützt. Viele Kurzstreckenflüge nach Frankfurt und München – wichtige Drehkreuze für tschechische Passagiere – werden jedoch gestrichen oder umgebucht. Lufthansa erklärt, dass Partnerfluggesellschaften (Austrian, Swiss, Brussels Airlines und Eurowings) wo möglich größere Flugzeuge einsetzen und Lufthansa-Tickets auf identischen Strecken anerkennen. Passagiere, deren Flüge gestrichen werden, werden automatisch umgebucht und per E-Mail oder über die Lufthansa-App informiert; wer über ein Reisebüro gebucht hat, sollte sich direkt an dieses wenden. Die Gewerkschaft hat Flüge in den Nahen Osten aus Sicherheitsgründen ausgenommen, nicht jedoch Überflüge der Region, weshalb sich die Flugpläne weiterhin ändern können. Für tschechische Unternehmen fällt der Streik ungünstig mit der Messezeit Mitte März und der letzten Woche vieler Geschäftsjahres-Roadshows zusammen. Reiseleiter bemühen sich, Führungskräfte über Wien, Zürich oder Warschau umzubuchen, um Tagesrückflüge zu gewährleisten. Der Flughafen Prag erwartet eine Zunahme der Kapazitäten von Austrian Airlines und Swiss, warnt jedoch vor längeren Warteschlangen am Check-in, da Passagiere ihre Tickets neu validieren müssen. Bahn-Alternativen auf den Strecken Prag–Frankfurt und Prag–München dürften schnell ausgebucht sein. Nach EU261-Regeln gilt der Streik als „betriebsinterne“ Arbeitsmaßnahme, sodass Passagiere, deren Flüge weniger als 14 Tage vor Abflug gestrichen werden, neben Betreuung und Umbuchung auch Anspruch auf finanzielle Entschädigung haben. Die Ansprüche müssen jedoch individuell nach der Reise geltend gemacht werden. Unternehmen mit hohem Passagieraufkommen sollten Sammelunterlagen vorbereiten und Ausgaben für Übernachtungen dokumentieren. Lufthansa Cargo hat nur 20 % seines Frachtprogramms gestrichen, sodass hochwertige Exporte aus den tschechischen Automobil- und Elektronikwerken voraussichtlich nur begrenzt beeinträchtigt werden. Spediteure raten dennoch, die Kapazitäten im Frachtraum frühzeitig für die Folgewoche zu sichern, wenn der Rückstau über Frankfurt und München abgearbeitet wird.
Quelle: Lufthansa Group Newsroom