
Justiz- und Innenminister trafen sich am 16. März in Brüssel zu einer Sitzung des Rates für Auswärtige Angelegenheiten/Schengen, bei der Fragen der Freizügigkeit ganz oben auf der Agenda standen. Laut der vorläufigen Tagesordnung, die an die nationalen Delegationen verteilt wurde, wurde der erste „Schengen-Barometer“ 2026 vorgestellt, die Umsetzung des neuen Schengen-Ratszyklus überprüft und ein überarbeiteter Interoperabilitätsfahrplan für IT-Grenzsysteme nach 2026 genehmigt. Für Frankreich – derzeit Vorsitz im Schengen-Gemischten Ausschuss – ist das Timing heikel. Paris hält die Kontrollen an den Binnengrenzen seit den Terroranschlägen im November 2015 aufrecht und hat diese zuletzt bis zum 30. April 2026 verlängert. Die EU-Partner drängen auf eine glaubwürdige Ausstiegsstrategie, und französische Delegierte signalisierten, dass eine Entscheidung über eine weitere Verlängerung auf Basis der beim Rat geteilten Risikobewertungen getroffen wird. Die Minister führten zudem einen intensiven Austausch über „Anreize für freiwillige Rückkehr“, die externe Dimension der Migration sowie den Stand des EU-Pakts für Migration und Asyl, der noch in diesem Jahr in Kraft treten soll. Französische Vertreter betonten, dass bessere Rückkehrquoten entscheidend sind, um die Binnengrenzkontrollen zurückzufahren, und argumentierten, dass „sichere Außengrenzen die Voraussetzung für die Wiederherstellung der freien Binnengrenzbewegung sind“. Aus Sicht der Unternehmensmobilität ist das Treffen von Bedeutung, da es die politische Richtung vorgibt, wie lange die französischen Binnengrenzkontrollen – derzeit an allen Straßen-, Schienen- und Luftgrenzen – noch bestehen bleiben könnten. Ein stabiler Fahrplan würde es Unternehmen ermöglichen, die Dokumentationspläne für entsandte Arbeitnehmer anzupassen und Budgets für mögliche fortgesetzte Identitätskontrollen bei Personalwechseln einzuplanen. Reisemanagement-Teams sollten daher die formellen Ratsbeschlüsse im Auge behalten, die voraussichtlich bei der nächsten JHA-Sitzung im Juni verabschiedet werden und konkrete Meilensteine sowie mögliche Auslaufklauseln enthalten. Obwohl keine unmittelbaren politischen Kehrtwenden erkennbar waren, beschrieben Diplomaten die Stimmung als „vorsichtig optimistisch“. Sollte Frankreich nachweisen können, dass neue Grenzsicherheitstechnologien – darunter die Scanner des Ein- und Ausreisesystems (EES), die am Flughafen Charles de Gaulle und an der spanischen Landgrenze installiert werden – bis zum Herbst einsatzbereit sind, deuteten Minister an, dass sie eine Beendigung der französischen Binnengrenzkontrollen vor dem vollständigen Start des EES im April 2026 unterstützen könnten.
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