
Weniger als eine Woche vor dem Start fordert das französische Innenministerium Reisende auf, zusätzliche Pufferzeiten in ihre Reisepläne einzubauen, da das EU-Einreise-/Ausreisesystem (EES) am 10. April vom Pilotbetrieb in den **vollständigen Live-Betrieb** übergeht. Ein investigativer Bericht im *Le Point* zeigt, wie Frankreich Selbstbedienungs-Registrierungskioske an **Flughäfen, Seehäfen und Bahnhöfen** von Paris-CDG und Nizza bis zur Eurostar-Lounge am Gare du Nord installiert hat. Das EES ersetzt den herkömmlichen Passstempel für Nicht-EU-Bürger durch eine digitale Erfassung, die biografische Daten, ein Gesichtsbild und vier Fingerabdrücke für bis zu fünf Jahre speichert. Das System wurde im Oktober letzten Jahres in begrenztem Umfang eingeführt, aber während der Olympischen Spiele 2024 bewusst pausiert. Ab nächster Woche müssen sich alle Nicht-EU-Reisenden – darunter Briten und Amerikaner – bei der ersten Einreise registrieren und bei jeder weiteren Reise ihr Profil bestätigen. Französische Flughäfen befürchten Platzprobleme: Der Flughafen Grenoble musste während eines Tests mit erhöhtem Wintertourismus einen Parkplatz in einen temporären Wartebereich umwandeln. Die Union des Aéroports Français warnt, dass sich die Warteschlangen in der Hochsaison bis in die öffentlichen Bereiche zurückstauen könnten, wenn Reisende nicht **zwei Stunden** vor Abfahrt bei Inlands-Schengen-Zügen und Fähren sowie **drei Stunden** vor Langstreckenflügen eintreffen. Betroffene Unternehmen raten entsandten Mitarbeitern, Ausdrucke von Entsendeschreiben und lokale HR-Kontakte mitzuführen, falls es zu Befragungen an den Kiosken oder durch die Grenzpolizei kommt. Das Innenministerium betont, dass der Start im April „nicht verhandelbar“ sei, verspricht aber eine dreimonatige „kulante Toleranzphase“, in der Beamte die biometrische Erfassung aussetzen können, wenn die Warteschlangen Sicherheitsgrenzen überschreiten. Diese Übergangszeit wird jedoch Lücken in der Datenkonsistenz hinterlassen; globale Mobilitätsteams sollten daher Reiseverläufe sorgfältig prüfen, wenn sie Schengen-Tage zählen. Ab 2026 sollen dieselben Kioske auch für **ETIAS** genutzt werden, die EU-Reisegenehmigung für visumfreie Staatsangehörige. Arbeitgeber werden empfohlen, frühzeitig Budget für die Integration von ETIAS-Statusprüfungen in Buchungsprozesse einzuplanen, da der Start voraussichtlich gegen Jahresende erfolgt.
Quelle: Le Point
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