
Ab dem 10. April 2026 schalten Frankreich und seine Schengen-Partner die Passstempel ab und führen unter dem EU-Einreise-/Ausreisesystem (EES) eine vollständige biometrische Grenzkontrolle ein. Dieser Schritt, der diese Woche von der Europäischen Kommission bestätigt wurde, betrifft alle Kurzzeitbesucher außerhalb der EU – darunter Briten, Amerikaner, Inder und Australier – die an französischen Flughäfen, Häfen und im Eurotunnel ankommen. Reisende müssen ihren Pass scannen lassen, vier Fingerabdrücke und ein Gesichtsfoto werden erfasst, und es wird ein elektronischer Datensatz erstellt, der die genaue verbleibende visumfreie Aufenthaltsdauer anzeigt. Das EES ersetzt die manuell gestempelten Pässe, bei denen die Erkennung von Überziehungen oft dem Zufall überlassen war. Die Fluggesellschaften begrüßen die digitale Nachverfolgbarkeit, warnen jedoch vor längeren Wartezeiten während der Eingewöhnungsphase; französische Häfen, Eurotunnel und die Polizei an den Grenzen haben bereits zusätzliche Terminals und Personal angefordert. Eine Quelle aus dem französischen Innenministerium erklärt, dass in den ersten Wochen manuelle Backup-Verfahren für Autos in Dover und Le Shuttle bestehen bleiben und biometrische Kontrollen bei starkem Andrang vorübergehend ausgesetzt werden könnten. Für Geschäftsreisende ist die größte Neuerung die Genauigkeit: Jede Ein- und Ausreise wird minutengenau erfasst, sodass Verstöße gegen die „90/180-Tage-Regel“ automatisch Alarm auslösen. Mobilitätsteams sollten die Schengen-Reisehistorie prüfen und gegebenenfalls vor Erreichen der 90-Tage-Grenze Arbeitsgenehmigungen oder „Talent Passport“-Anträge stellen. Vielflieger im Geschäftsbereich könnten von der Anmeldung zu den PARAFE-Schnellspuren profitieren, sobald das System integriert ist. Das EES ist zudem die technische Voraussetzung für ETIAS, die 7-Euro-Reisegenehmigung, die die EU Ende 2026 einführen will. Französische Reiseverbände betonen, dass eine frühzeitige Beherrschung des EES eine Wiederholung der stundenlangen Staus im Sommer letzten Jahres im Hafen von Calais verhindern wird, fordern jedoch eine gestaffelte Einführung und Tools zur Echtzeit-Transparenz der Warteschlangen.
Quelle: Business Standard
Wie VisaHQ helfen kann
VisaHQ vereinfacht die Visumbeantragung für Privatpersonen und Unternehmen. Prüfen Sie die aktuellen Reisebestimmungen, bereiten Sie die erforderlichen Unterlagen vor und verwalten Sie Ihren Antrag online über das VisaHQ-Portal für Frankreich.Mehr von Frankreich
Alle anzeigen
Französische Straßentransportunternehmen setzen „Schneckenaktionen“ nach Kraftstoffhilfszusage aus
Streik am Ostermontag droht: easyJet Frankreich Kabinenpersonal ruft für den 6. April zum Ausstand auf