
Die Hoffnungen, an den Osterfeiertagen Staus an den europäischen Grenzen zu vermeiden, stiegen am 4. April, nachdem die französischen Behörden stillschweigend bestätigt hatten, dass die Erfassung biometrischer Daten im Rahmen des EU-Einreise-/Ausreisesystems (EES) in dieser Woche bei den Kanalverbindungen *nicht* aktiviert wird. Laut The Guardian werden Eurotunnel’s Le Shuttle, die Fährverbindungen über den Ärmelkanal und die Eurostar-Züge – beliebt bei tschechischen Touristen und Geschäftsreisenden, die über London reisen – weiterhin auf die herkömmliche Passstempelung setzen, während französische IT-Probleme behoben werden. Diese Verschiebung ist besonders wichtig für tschechische Unternehmen, deren Mitarbeiter zwischen Prag und britischen Projektstandorten pendeln. Die Reiseagentur HRG Czechia schätzt, dass die Check-in-Prozeduren am Londoner Bahnhof St Pancras bei Einführung der Gesichtserkennungskioske wie geplant mehr als 90 Minuten dauern könnten, was das Risiko birgt, Anschlussflüge ab Heathrow zu verpassen. Trotz der Verzögerung plant die EU weiterhin, ab dem 10. April die biometrische Erfassung für alle Drittstaatsangehörigen durchzusetzen. Das tschechische Innenministerium rät Reisenden daher, ab diesem Datum an Schengen-Flughäfen und Grenzübergängen **mehr Zeit** einzuplanen. Der Airports Council International (ACI) Europe und Airlines 4 Europe (A4E) setzen sich weiterhin bei Brüssel für eine schrittweise Einführung ein und verweisen auf „anhaltende operative Herausforderungen“. Der Prager Flughafen hat im vergangenen Monat 36 EES-Kioske installiert, diese aber noch nicht im regulären Passagierbetrieb getestet. Flughafenchef Jiří Pos erklärt, dass das Personal derzeit sowohl im Sicherheits- als auch im Einwanderungsbereich geschult wird, um mögliche Spitzen abzufangen, während Czech Airlines eine Vorregistrierung über die mobile App für US- und UK-Kunden testet. Für Mobilitätsmanager ist die Botschaft klar: Ab dem 10. April müssen tschechische Passinhaber, die aus London zurückkehren, sowie Nicht-EU-Mitarbeiter, die erstmals nach Tschechien einreisen, mit längeren Wartezeiten rechnen, wenn das EES aktiviert wird. Empfohlen wird, mindestens drei Stunden zwischen der Ankunft mit dem Eurostar und einem Anschlussflug einzuplanen, Mitarbeitern Nachweise über Weiterreise und Unterkunft mitzugeben und die Reisetracking-Systeme auf mögliche kurzfristige Verzögerungen einzustellen. Langfristig verspricht das EES eine schnellere Abfertigung für Vielreisende, da biometrische Daten drei Jahre gespeichert werden. Bis die Anfangsschwierigkeiten behoben sind, sollten tschechische Organisationen jedoch die Echtzeit-Grenzwarteschlangen überwachen und bei Reiseplänen flexibel bleiben.
Quelle: The Guardian
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