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Zusammenbruch am Flughafen Mailand legt Engpässe im EU-Ein- und Ausreisesystem offen

Apr. 14, 2026
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Zusammenbruch am Flughafen Mailand legt Engpässe im EU-Ein- und Ausreisesystem offen
Rund 100 Passagiere verpassten am 12. April einen EasyJet-Flug von Mailand-Linate nach Manchester, nachdem sie bis zu drei Stunden an der Passkontrolle festsaßen – der erste größere Vorfall in Italien im Zusammenhang mit dem neuen biometrischen Ein- und Ausreisesystem (EES) der EU. Das seit dem 10. April vollumfänglich eingesetzte EES verlangt von Nicht-EU-Bürgern, darunter auch britischen Reisenden nach dem Brexit, bei der ersten Einreise in den Schengen-Raum die Registrierung von Fingerabdrücken und einem Gesichtsfoto, womit die bisherigen Passstempel ersetzt werden. In Linate führten Personalmangel und Startschwierigkeiten bei den Erfassungskiosken zu langen Warteschlangen, die sich durch das Terminal zogen; die Flughafenpolizei verzichtete darauf, die 90-tägige „Schonfrist“ für manuelle Kontrollen anzuwenden. EasyJet verzögerte den Abflug um 55 Minuten, startete aber letztlich mit nur 34 von 156 gebuchten Passagieren, da die Crew ihre gesetzlich zulässigen Einsatzzeiten erreichte. Die gestrandeten Reisenden mussten Umsteigekosten von über 1.600 Euro tragen. Der Airports Council International hatte bereits am 10. April gewarnt, dass die Einführung des EES zu Wartezeiten von bis zu drei Stunden an den Grenzen in Spitzenzeiten führen könnte. Für Italiens Wirtschaft ist der Vorfall ein Weckruf: Nicht-EU-Mitarbeiter sollten vier Stunden vor Abflug eintreffen, einen Nachweis des italienischen Wohnsitzes mitführen, um das EES gegebenenfalls zu umgehen, und beobachten, ob Italien die vollständige Umsetzung für 90 Tage aufschiebt, wie es die EU-Regeln erlauben. Mittelfristig sollten Unternehmen Pufferzeiten für das EES in ihre Fürsorgepflichten aufnehmen und über Branchenverbände für eine angemessene Personalstärke an den Grenzen eintreten. Digitale Identitäts-Wallets, die vom Innenministerium entwickelt werden, könnten die Registrierung künftig automatisieren, sind aber noch mindestens ein Jahr entfernt.
Quelle: The Local Italy

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