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Biometrisches Grenzchaos am Flughafen Mailand-Linate: 120 Passagiere bleiben gestrandet

Apr. 14, 2026
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Biometrisches Grenzchaos am Flughafen Mailand-Linate: 120 Passagiere bleiben gestrandet
Italiens lang erwartete Einführung des EU-Ein- und Ausreisesystems (EES) geriet am Sonntag, den 12. April, frühzeitig in eine Krise: EasyJet-Flug EJU5420 nach Manchester startete vom Flughafen Mailand-Linate mit nur 27 der 148 gebuchten Passagiere an Bord. Augenzeugenberichten zufolge, die von Corriere della Sera und Il Giorno veröffentlicht wurden, standen mehr als hundert Passagiere – viele britische Staatsbürger, die nach den Osterferien zurückkehrten – noch in einer langsamen Passkontrollschlange, als das Flugzeug mit einer Stunde Verspätung abhob.

Das EES, das seit dem 10. April im gesamten Schengen-Raum voll einsatzfähig ist, ersetzt manuelle Passstempel durch die Erfassung eines Gesichtsbildes, vier Fingerabdrücken und biografischer Daten bei jedem Grenzübertritt. Die italienische Grenzpolizei betreibt das System an allen Flughäfen und Seehäfen. Technische Probleme zwangen die Beamten in Mailand jedoch zur manuellen Abfertigung; die Abfertigungskapazität brach zusammen und die Warteschlange reichte weit über die Einwanderungshalle hinaus. EasyJet gab an, den Abflug so lange wie möglich im Rahmen der Dienstzeitbeschränkungen der Crew verzögert zu haben und bot kostenlose Umbuchungen an, doch Passagiere berichten von Ausgaben in Höhe von mehreren tausend Pfund für alternative Flüge.

Biometrisches Grenzchaos am Flughafen Mailand-Linate: 120 Passagiere bleiben gestrandet


Branchenverbände hatten Brüssel und Rom davor gewarnt, das System vor der Hauptsaison mit einem „Big-Bang“-Start einzuführen, ohne vorher Notfallverfahren zu testen, da dies Chaos verursachen könnte. Der Flughafenbetreiber SEA bestätigte, dass weiterhin manuelle Stempel verwendet werden, während Techniker gemeinsam mit der EU-Agentur eu-LISA an der Stabilisierung der neuen Plattform arbeiten. Ähnliche Verzögerungen wurden auch an den Flughäfen Rom Fiumicino und Venedig Marco Polo gemeldet, jedoch startete kein weiterer Flug mit einem derart drastischen Passagierdefizit.

Für Geschäftsreisende und Manager der globalen Mobilität ist der Vorfall eine deutliche Erinnerung daran, längere Aufenthaltszeiten in Reisepläne einzubauen, Kunden über die erstmalige biometrische Erfassung zu informieren und die Fürsorgepflicht der Fluggesellschaften genau zu beobachten. Arbeitgeber, die in den nächsten zwei Wochen Nicht-EU-Mitarbeiter über italienische Drehkreuze schicken, sollten mit variablen Abfertigungszeiten rechnen, bis das EES stabil läuft.

Die Europäische Kommission betont, dass das System langfristig die Warteschlangen verkürzen wird, indem es wiederholte Stempelungen überflüssig macht und Aufenthaltszeiten automatisch berechnet – doch die Mailänder Episode zeigt, dass die Übergangsphase von Flexibilität seitens der Fluggesellschaften und Reisenden geprägt sein wird.
Quelle: Corriere della Sera & Il Giorno

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