
Italienische Flugreisende erlebten am Wochenende vom 13. bis 19. April 2026 erneut erhebliche Flugplanstörungen, da Streiks und daraus resultierende Verzögerungen die wichtigsten Flughäfen des Landes trafen. Branchenbeobachter zählten insgesamt 356 Flugverspätungen und 54 Flugausfälle an den Flughäfen Rom-Fiumicino, Mailand-Linate, Venedig-Marco Polo, Bologna-Marconi sowie mehreren Regionalflughäfen. Auslöser der jüngsten Welle war ein 48-stündiger Pilotenstreik bei Lufthansa (13. und 14. April), der durch einen 24-stündigen Ausstand der ITA Airways-Mitarbeiter am 17. April verschärft wurde. Diese Aktionen zwangen viele Airlines – darunter KLM, Ryanair, Wizz Air und easyJet – dazu, ihre Italien-Flugpläne zu reduzieren oder Crews umzudisponieren. Während auf dem italienischen Festland zahlreiche Drehkreuze mit Kettenreaktionen von Verspätungen kämpften, meldete der Flughafen Costa Smeralda (OLB) an Sardiniens Nordostküste keinerlei streikbedingte Beeinträchtigungen. Laut dem Betriebszentrum des Flughafens verliefen alle An- und Abflüge am Wochenende des 19. April pünktlich, was Touristen, Zweitwohnungsbesitzern und Pendlern aus der Offshore-Energiebranche eine seltene Planungssicherheit bot. Lokale Hoteliers nutzten diese Zuverlässigkeit mit Last-Minute-Angeboten für Reisende, die aufgrund der gestrichenen Festlandsverbindungen umbuchten. Hintergrund: Das italienische Luftverkehrssystem durchlebt einen unruhigen Frühling, da Gewerkschaften Airlines und Flughafenbetreiber wegen inflationsbedingter Lohnforderungen, Crew-Planung und Auslagerung von Bodenabfertigungsdiensten unter Druck setzen. Nach italienischem Recht sind Streiks unter 24 Stunden erlaubt, sofern Mindestverbindungen gewährleistet bleiben. Dennoch verlieren Airlines lukrative Umsteigeverkehre und sehen sich EU-261-Kompensationsforderungen gegenüber. Die Störungen fallen zudem mit der Einführung des neuen EU-Einreise-/Ausreisesystems (EES) zusammen, das an den Grenzkontrollen in Rom und Mailand bereits zu längeren Wartezeiten führt und den Airlines noch weniger Spielraum bei den Umsteigezeiten lässt. Geschäftliche Auswirkungen: Multinationale Unternehmen mit Niederlassungen in Italien raten Reisenden, längere Umsteigezeiten einzuplanen, flexible Tickets zu buchen und bis zur Stabilisierung der Arbeitskampfmaßnahmen nach dem Feiertag am 25. April keine Tagesgeschäfte über Rom oder Mailand zu planen. Reisebüros berichten von einem starken Anstieg der Nachfrage nach Olbia – normalerweise ein reiner Sommer-Freizeithafen – für kurzfristige Executive-Shuttles zu Energie- und Verteidigungsstandorten auf Sardinien. Dies unterstreicht, wie streikfreie Regionalflughäfen zu wichtigen Knotenpunkten in der Unternehmensmobilität werden können. Praktische Tipps: 1) Am Vorabend sowohl die Websites der Airlines als auch der Flughäfen prüfen; 2) an der Passkontrolle 45 Minuten mehr einplanen, da die erstmalige biometrische Erfassung im Rahmen des EES für Nicht-EU-Bürger nun Pflicht ist; 3) Bordkarten und Verspätungsbenachrichtigungen – auch digital – aufbewahren, um EU-261-Ansprüche geltend machen zu können; 4) bei Umsteigeverbindungen über Olbia beachten, dass Anschlussflüge zum Festland nach 20:30 Uhr Ortszeit eingeschränkt sind.
Quelle: Rental12 Travel Desk
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