
Die auf Einwanderung spezialisierte Firma Mirabello Consultancy bestätigt, dass die am 18. März veröffentlichte und am 19. April präzisierte neue Regierungsrichtlinie die automatischen Familienzusammenführungsrechte auf Inhaber des lang erwarteten Digital Nomad Visums Italiens ausweitet. Diese Klarstellung beseitigt eine der größten offenen Fragen seit der Einführung der Visakategorie im vergangenen Jahr für nicht-EU-Fernarbeiter mit einem Mindesteinkommen von 30.000 Euro jährlich. Laut Richtlinie dürfen Ehepartner, eingetragene Partner und unterhaltsberechtigte Kinder den Hauptantragsteller ohne Wartezeiten begleiten, sofern sie eine private Krankenversicherung besitzen und ausreichenden Wohnraum nachweisen. Besonders wichtig: Begleitende Familienmitglieder erhalten eine Arbeitserlaubnis in Italien ohne arbeitsmarktbezogene Prüfungen, was das Visum deutlich attraktiver macht als vergleichbare Programme in Spanien oder Portugal. Das Innenministerium kündigt an, dass die Antragsportale an den Konsulaten „bis Anfang Juni“ geöffnet werden, während Brancheninsider berichten, dass diese Woche bereits eine Testumgebung für Umzugsfirmen online ging. Die Bearbeitung erfolgt über dieselbe DigiVisa-Plattform, die ab dem 1. Juni 2026 für alle Schengen-Kurzzeitvisa verpflichtend sein wird. So können Digital-Nomaden ihren Antrag komplett online inklusive biometrischer Daten vor der Ankunft abschließen. Für Arbeitgeber bietet dies eine unkomplizierte Alternative zur EU Blue Card bei der Verlagerung von Schlüsselkräften mit ortsunabhängiger Tätigkeit. Steuerberater weisen jedoch darauf hin, dass Inhaber des Digital Nomad Visums regulär der italienischen Einkommensteuer unterliegen, sofern sie nicht das Expatriate-Regime in Anspruch nehmen, das mindestens zwei Jahre Nichtansässigkeit vor der Einreise voraussetzt. Umzugsdienstleister erwarten eine hohe Nachfrage insbesondere aus der Tech- und Kreativbranche, vor allem von britischen und US-amerikanischen Staatsbürgern, die nach dem Brexit eine Schengen-Basis suchen. Unternehmen wird jedoch geraten, längere Vorlaufzeiten für Schulplatzanmeldungen und die Anmeldung beim Einwohnermeldeamt einzuplanen, da die lokalen Behörden sich erst auf die neue Visakategorie einstellen müssen.
Quelle: Mirabello Consultancy
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