
Nach fast vier Monaten nahezu vollständiger Stilllegung beginnen die US-Konsulate in Neu-Delhi, Mumbai, Chennai, Hyderabad und Kolkata nun still und heimlich, neue Interviewtermine für H-1B-, H-4- und Erst-F-1-Visa freizugeben. Die Financial Express berichtet, dass die Termine in kleinen Chargen auftauchen und innerhalb von Minuten vergriffen sind, da Reisebüros und Antragsteller versuchen, Interviews neu zu buchen, die nach der Einführung der verpflichtenden Social-Media-Prüfung durch das Außenministerium am 15. Dezember 2025 abgesagt oder auf 2027 verschoben wurden. Die plötzliche Öffnung bringt tausenden indischen IT-Fachkräften und Studierenden, die für die Feiertage nach Hause geflogen waren und nun festsaßen, weil ihre Termine automatisch verschoben wurden, sofortige Erleichterung. Die Einwanderungsrechtskanzlei Murthy Law erklärte gegenüber der Zeitung, dass viele H-1B-Arbeitnehmer seit Wochen ohne Bezahlung sind, während sie auf die Wiederaufnahme der Termine warten. Einige US-Arbeitgeber verlagern bereits Projektzeitpläne oder leiten Arbeiten an globalen Kompetenzzentren in Indien um, um die Störungen abzufedern. Konsularbeamte haben keine offizielle Pressemitteilung herausgegeben, doch mehrere Anwälte bestätigen, dass mehrmals pro Woche „neue Kontingente“ an Terminen freigegeben werden. Die Chargen sind klein – oft nur wenige hundert Termine für das ganze Land – und Experten warnen, dass die Nachfrage weiterhin mindestens fünfmal so hoch ist wie das Angebot. Reisenden, die sich bereits in den USA aufhalten, wird weiterhin geraten, nicht notwendige Reisen zu vermeiden, bis die Kapazitäten stabilisiert sind, was laut Murthy Law „viele Monate“ dauern könnte. Ursache für den Rückstau ist die im Dezember 2025 eingeführte Regelung, die von Antragstellern verlangt, ihre Social-Media-Profile für die Überprüfung öffentlich zugänglich zu machen. Die zusätzliche Prüfung reduzierte die Anzahl der täglich möglichen Interviews pro Konsulat erheblich, während gleichzeitig die Bearbeitung von „Drittstaatlern“ eingeschränkt wurde, sodass alle indischen Antragsteller nun die Konsulate im Heimatland nutzen müssen. Die Interviewverfügbarkeit sank um mehr als 60 Prozent, was zu einer Warteschlange bis ins Jahr 2027 führte. Praktisch bedeutet das: Indische Unternehmen, die Mitarbeiter kurzfristig hin- und herbewegen, sollten längere Vorlaufzeiten einplanen, Schlüsselpersonal möglichst im Inland auf der Gehaltsliste behalten und die erforderlichen Unterlagen jetzt vorbereiten, um schnell einen Termin zu ergattern, sobald einer verfügbar ist. Universitäten, die Studierende für das Herbstsemester 2026 beraten, empfehlen, das Terminportal täglich zu beobachten und für Last-Minute-Flüge ein Budget einzuplanen, sobald ein Interview gesichert ist. Für Geschäftsreisende bleibt das wichtigste Entlastungsinstrument das Inlands-Dropbox-Erneuerungsprogramm, das weiterhin viele Visaanträge auf Basis von Petitionen ohne Interview bearbeitet, sofern das vorherige Visum innerhalb der letzten vier Jahre abgelaufen ist.
Quelle: The Financial Express
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