
Italiens wichtigste Arbeitsmigrationspolitik gerät unter der Last ihrer eigenen Bürokratie ins Stocken. Eine am 23. April von Il Fatto Quotidiano veröffentlichte Untersuchung zeigt, dass von den 181.450 für 2025 freigegebenen Arbeitserlaubnissen – der größten Zuteilung seit Jahrzehnten – tatsächlich nur 14.349 Aufenthaltserlaubnisse ausgestellt wurden, was einer Effektivitätsrate von gerade einmal 7,9 % entspricht. In Rom ist die Lage noch dramatischer: Von über 13.000 Anträgen wurden nur sechs Genehmigungen abgeschlossen, eine Erfolgsquote von 0,08 %. Die Daten stammen von der zivilgesellschaftlichen Koalition „Ero Straniero“, deren neuer regionaler Atlas deutliche Unterschiede zwischen den Regionen aufzeigt. Provinzen wie Cuneo und Verona bearbeiten über 60 % der Anträge, während Neapel und Teile von Latium unter 5 % bleiben. Gewerkschaften machen den chronischen Personalmangel in den Präfekturen und Konsulaten verantwortlich, wobei manche Anträge bis zu zwei Jahre zwischen dem berüchtigten Online-„Click-Day“ und dem eigentlichen Termin zur Vertragsunterzeichnung warten müssen. Für Arbeitgeber sind die Verzögerungen nicht nur eine humanitäre Herausforderung, sondern führen auch zu unbesetzten Stellen – die CIA-Agricoltori Italiani schätzt einen Mangel von 120.000 Saisonarbeitskräften – und zu einer verstärkten Abhängigkeit von illegaler Arbeit mit den damit verbundenen Risiken für Compliance und Ruf. Unternehmen, die über die Flussi rekrutieren, sollten längere Bearbeitungszeiten einplanen oder alternative Wege wie die EU-Blaukarte und innerbetriebliche Versetzungen prüfen, die schnellere gesetzliche Fristen haben. Politisch erhöht der Bericht den Druck auf die Regierung bei der Vorbereitung des Quoten-Dekrets für 2026-28: Wirtschaftsverbände fordern Digitalisierung und mehr Personal, während Oppositionsparteien ein Punktesystem vorschlagen, das Plätze nur dort vergibt, wo regionale Arbeitsämter den Bedarf bestätigen. Was auch immer die Lösung sein wird – der Bericht ist ein Weckruf: Ohne administrative Kapazitäten bleibt selbst die großzügigste Quote eine Illusion.
Quelle: Il Fatto Quotidiano
Wie VisaHQ helfen kann
VisaHQ vereinfacht die Visumbeantragung für Privatpersonen und Unternehmen. Prüfen Sie die aktuellen Reisebestimmungen, bereiten Sie die erforderlichen Unterlagen vor und verwalten Sie Ihren Antrag online über das VisaHQ-Portal für Italien.Mehr von Italien
Alle anzeigen
Cuneo sticht als seltenes positives Beispiel im schleppenden Arbeitserlaubnissystem hervor und bearbeitet 83 % der Antragskontingente erfolgreich
Mehr Flugsicherheit für Geschäftsreisen: ENAV unterzeichnet Tarifvertrag 2026-28 mit Fluglotsen