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Faktencheck: Spaniens Migrationsamnestie gewährt keine Freizügigkeit in der gesamten EU

Apr. 28, 2026
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Faktencheck: Spaniens Migrationsamnestie gewährt keine Freizügigkeit in der gesamten EU
Der Faktencheck von Euronews’ Verifizierungsstelle The Cube hat eine Welle von Social-Media-Beiträgen widerlegt, die behaupteten, die eine halbe Million undokumentierter Migranten, die Spanien legalisiert, dürften dauerhaft nach Frankreich und in den Rest der Europäischen Union ziehen. Gemäß dem königlichen Dekret-Gesetz 316/2026 können Personen, die nachweisen können, dass sie mindestens fünf Monate vor dem 1. Januar 2026 in Spanien gelebt haben, zwischen dem 16. April und dem 30. Juni eine einjährige, verlängerbare Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis beantragen. Wie die Migrationspolitik-Analystin Monique Pariat gegenüber Euronews erklärte, gilt dieser Status „ausschließlich für Spanien“. Wie alle Drittstaatsangehörigen mit spanischer Aufenthaltserlaubnis dürfen die Begünstigten andere Schengen-Staaten bis zu 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen besuchen, haben dort jedoch kein Recht auf Arbeit oder Niederlassung, sofern sie keine separate nationale Genehmigung erhalten. Diese Unterscheidung ist für Arbeitgeber und Relocation-Manager in ganz Spanien von Bedeutung. Mitarbeiter, die legalisiert wurden, können zu kurzen Geschäftsreisen in andere EU-Länder aufbrechen, doch Unternehmen müssen vor längeren Auslandseinsätzen die entsprechenden Arbeitserlaubnisse – wie die ICT-Genehmigung oder das Vander-Elst-Verfahren – einholen. Andernfalls drohen hohe Geldstrafen gemäß der Richtlinie 2009/52/EG zu unerlaubter Beschäftigung. Politisch dämpft die Faktenprüfung die Kritik des französischen rechtsextremen Rassemblement National, das Paris aufgefordert hatte, „die Grenze zu schließen“ angesichts einer vermeintlichen Politik der offenen Tür. Die spanische Regierung nutzt die Klarstellung nun, um zu betonen, dass ihr Programm humanitäre Ziele mit kontrollierter Mobilität verbindet und gleichzeitig chronische Arbeitskräftemängel in Landwirtschaft, Gastronomie und Altenpflege behebt. Für globale Mobilitätsteams ist die Botschaft klar: Die neue Erlaubnis regelt nur den Aufenthalt und die Beschäftigung in Spanien. Multinationale Unternehmen sollten ihre internen Compliance-Tools für Dienstreisen aktualisieren, um die 90/180-Tage-Schengen-Regel zu berücksichtigen, und eng mit Dienstleistern im Zielland zusammenarbeiten, wenn sie neu legalisierte Mitarbeiter außerhalb Spaniens entsenden.
Quelle: Euronews

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