
Treffen am Rande des jährlichen Gipfels der deutschsprachigen Innenminister in Luxemburg (27.–28. April): Österreichs Gerhard Karner und Deutschlands Alexander Dobrindt kündigten an, gemeinsame Charterflüge zur Rückführung abgelehnter Asylbewerber „auszuweiten und zu beschleunigen“. Laut einem Briefing des österreichischen Innenministeriums vom 28. April sehen sich beide Länder als „Umsetzungsgruppe“ für harte Rückkehrpolitiken im Rahmen des geplanten Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS). Wichtige Punkte sind die Prüfung von Offshore-„Rückkehrzentren“ für Personen, die nicht direkt in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden können – ein Konzept, das neue bilaterale Abkommen mit sicheren Drittstaaten erfordert. Zudem wurde über die Synchronisierung von Risikobewertungsrahmen diskutiert, um Abschiebungen nach Afghanistan und Syrien – bisher getrennt von Wien und Berlin durchgeführt – künftig als koordinierte Flüge zu organisieren und so die Kosten pro Person um bis zu 30 % zu senken. Während zivilgesellschaftliche Organisationen die Agenda als unvereinbar mit dem Non-Refoulement-Prinzip kritisieren, beobachten Wirtschaftsverbände mögliche Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Arbeitskräften. Statistiken des österreichischen Arbeitsmarktservice zeigen, dass 14 % der kürzlich Abgeschobenen kurzfristige Arbeitserlaubnisse in Gastronomie und Landwirtschaft hatten; Arbeitgeber befürchten, dass plötzliche Rückführungen saisonale Personalengpässe verschärfen könnten, sofern diese nicht durch erweiterte Rekrutierungskanäle wie die Rot-Weiß-Rot-Karte ausgeglichen werden. Karner betonte, dass die Rückführungen vor allem Kriminelle und abgelehnte Asylwerber betreffen und die Politik „Kapazitäten für Fachkräftezuwanderung“ freimache. Die Minister planen, am 10. Mai beim Rat für Justiz und Inneres der EU ein gemeinsames Positionspapier vorzulegen, in dem die Zeitpläne für die GEAS-Umsetzung finalisiert werden sollen. Unternehmen mit grenzüberschreitenden Personalmodellen sollten die Debatte aufmerksam verfolgen, da strengere Rückkehrregelungen oft mit verschärften Dokumentenprüfungen bei der Einstellung einhergehen.
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