
Das lange verzögerte Ein- und Ausreisesystem (EES) der EU ist seit dem 10. April voll funktionsfähig, und ab dem 29. April bestätigen Fluggesellschaften und Grenzbeamte, dass die Datenbanken im großen Maßstab laufen. Obwohl Irland aufgrund des Erhalts des Gemeinsamen Reisegebiets mit dem Vereinigten Königreich ausgenommen ist, werden irische Staatsbürger bei der ersten Einreise in einen der 29 Schengen-Staaten nun mit Fingerabdruck und Gesichtsscans erfasst, die die bisherigen Passstempel ersetzen. Fluggesellschaften, Fährunternehmen und Fernbusanbieter unterliegen bereits neuen Verpflichtungen zur Überprüfung von Visa oder Einreisegenehmigungen vor dem Boarding. Dies betrifft hauptsächlich Drittstaatsangehörige, doch Berichte von Ticketschaltern in Dublin und Cork deuten auf Verwirrung hin, ob irische Passinhaber, die über Paris oder Amsterdam umsteigen, vorab kontrolliert werden müssen. Die kurze Antwort lautet: Nein – irische und andere EU-Bürger bleiben ausgenommen. Unternehmen sollten Reisende jedoch darauf vorbereiten, dass sich die Wartezeiten verlängern können, da die erstmalige biometrische Erfassung bis zu zehn Minuten pro Person dauern kann. Die Einführung des EES dient auch als „technische Generalprobe“ für ETIAS, die elektronische Reisegenehmigung im Wert von 20 Euro, die ab Ende 2026 für Staatsangehörige aus Großbritannien, den USA und anderen visafreien Ländern gilt. Eine sechsmonatige Übergangsfrist wurde bestätigt, sodass ETIAS erst 2027 verpflichtend wird, doch die Fluggesellschaften müssen die Kontrollen jetzt integrieren, um Chaos in letzter Minute zu vermeiden. Für irische Unternehmen mit nicht-EU-Mitarbeitern, die mit lokalen Verträgen ins Schengen-Gebiet einreisen, sollten Personalabteilungen sicherstellen, dass Aufenthaltskarten maschinenlesbar sind und korrekt im EES erfasst werden; eine Einreise als „Tourist“ könnte sonst unbeabsichtigt eine Überschreitung der Aufenthaltsdauer auslösen. Reiseverantwortliche sollten zudem die spezifischen Hinweise der Flughäfen im Blick behalten – Barcelona und Lissabon haben bereits eigene EES-Schnellspuren für Vielflieger eingerichtet.
Quelle: iVisa News