
Das italienische Ministerium für Infrastruktur und Verkehr (MIT) hat am 5. Mai sein öffentliches Streikregister aktualisiert und zeichnet damit ein düsteres Bild für Reisende und Mobilitätsplaner in der kommenden Woche. Der Bericht listet allein für Montag, den 11. Mai, mehr als ein Dutzend einzelne Arbeitsniederlegungen auf, weshalb die lokalen Medien den Tag als „giornata nera“ – einen schwarzen Tag – für die Mobilität bezeichnen. Besonders hart trifft es die Luftfahrt. Das Sicherheitspersonal an den Flughäfen Rom-Fiumicino und Ciampino legt von 12:00 bis 16:00 Uhr die Arbeit nieder, während die Fluglotsen im ENAV-Kontrollzentrum Rom eine achtstündige Pause von 10:00 bis 18:00 Uhr planen. EasyJet-Piloten und Kabinenpersonal haben für denselben Zeitraum zu einem landesweiten Streik aufgerufen, und Bodenabfertigungsfirmen an den Flughäfen Mailand-Malpensa, Palermo und Cagliari organisieren koordinierte vierstündige Arbeitsniederlegungen. Da die Aktionen zeitlich versetzt stattfinden, werden die gesetzlich geschützten „Garantierten Flugfenster“ (07:00–10:00 und 18:00–21:00 Uhr) unterlaufen, was den ganzen Tag über zu kurzfristigen Flugausfällen führen dürfte. Auch Bahnreisende bleiben nicht verschont. USB Lavoro Privato hat für den 5. Mai einen achtstündigen Streik der RFI-Wartungsteams in Florenz angesetzt, zudem sind weitere Arbeitsniederlegungen auf den Mercitalia-Güterbahnhöfen in Mailand geplant, die in die morgendliche Hauptverkehrszeit hineinreichen. Lokale Verkehrsstreiks folgen am 8. Mai in Trient und Potenza, und Hafenarbeiter rufen für den 7. Mai zu einem 24-stündigen landesweiten Streik auf, der RoRo-Fracht und Fährverbindungen verzögern könnte. Für Unternehmen ist der Bericht sowohl eine Warnung als auch ein Planungsinstrument. Reiseverantwortliche sollten kritische Termine am 11. Mai vermeiden, wenn möglich Umleitungen über Zürich, Wien oder München einplanen und Mitarbeiter über ihre Entschädigungsrechte nach EU-Verordnung 261 informieren. Spediteure buchen zeitkritische Sendungen bereits auf den Straßenweg über Triest und Koper um, um mögliche Hafenstaus zu umgehen. Das MIT veröffentlicht die Streikliste täglich, Aktualisierungen können jedoch mit nur 24 Stunden Vorlauf erscheinen. Unternehmen mit entsandten Mitarbeitern oder Expatriates in Italien sollten den RSS-Feed des Ministeriums abonnieren und schnelle Kommunikationskanäle – etwa SMS oder App-Benachrichtigungen – einrichten, um das Personal über kurzfristige Änderungen im Zeitplan zu informieren.