
Die Pariser Polizeipräfektur hat bestätigt, dass alle für den 9. Mai geplanten Demonstrationen sowohl von rechtsextremen als auch antifaschistischen Gruppen nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts am späten 8. Mai verboten wurden. Der jährliche Marsch, der traditionell Aktivisten aus ganz Europa anzieht, hätte sich mit touristischen Hotspots im Quartier Latin und rund um den Place du Panthéon überschnitten. Obwohl die Entscheidung als Maßnahme zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung dargestellt wird, schützt sie Besucher auch vor erheblichen Verkehrsbehinderungen: Frühere Ausgaben des Marsches führten zur Schließung mehrerer Métro-Stationen der Linie 10 und des RER B sowie zu stichprobenartigen Ausweiskontrollen bei ausländischen Teilnehmern. Die Präfektur kündigt an, dass zusätzliche CRS-Einheiten (Bereitschaftspolizei) am Samstag in den 5. und 6. Arrondissements patrouillieren und „ohne Vorankündigung“ mobile Straßensperren errichten könnten. Hotels rund um den Boulevard Saint-Michel berichten von einem Anstieg kurzfristiger Stornierungen bei Gruppenbuchungen, während Flusskreuzfahrtanbieter ihre Abfahrten am Abend umleiten, um mögliche Engpässe an der Pont de l’Archevêché zu vermeiden. Geschäftsreisende auf der linken Seine-Seite sollten mehr Zeit für die Anfahrt zum Gare du Nord oder zu den Flughäfen einplanen und ihre Pässe bereithalten, falls Ausweiskontrollen stattfinden. Das Verbot folgt auf mehrere gewalttätige Zwischenfälle beim Marsch 2025, darunter Auseinandersetzungen in der Nähe der Luxemburg-Gärten, bei denen ein Dutzend Polizisten verletzt wurden. Präfekt Laurent Nunez erklärte, die Behörden „zögern nicht, jede unautorisierte Versammlung aufzulösen“ und berief sich dabei auf Notstandsbefugnisse nach dem französischen Sicherheitsgesetz. Für Mobilitätsplaner lautet die klare Botschaft: Am 9. Mai die Verkehrslage in Echtzeit prüfen, den Reisenden empfehlen, Unterkunftsnachweise mitzuführen, und in Erwägung ziehen, Meetings in das westliche Geschäftsviertel La Défense zu verlegen, das außerhalb des Sicherheitsperimeters liegt.
Quelle: Le Monde