
Das australische Außenministerium (DFAT) hat ein schnelles Konsularteam nach Teneriffa entsandt, nachdem fünf Australier – darunter ein ständiger Einwohner – an Bord des Expeditionsschiffs MV Hondius gestrandet sind. Das Schiff meldete während einer Verlegungsfahrt von der Antarktis nach Europa mehrere Fälle von Hantavirus. Das Schiff soll am Sonntagabend, dem 10. Mai, auf den Kanarischen Inseln anlegen, doch die spanischen Gesundheitsbehörden haben eine kommerzielle Ausschiffung untersagt, bis alle Passagiere medizinisch freigegeben sind. In einer Erklärung am Samstagabend (AEST) teilte das DFAT mit, dass es „Optionen für die sichere Rückführung“ der Gruppe prüft und mit der Weltgesundheitsorganisation sowie spanischen Behörden in Kontakt steht. Obwohl derzeit keiner der Australier Symptome zeigt, organisiert das Ministerium Charterflüge und Quarantäneeinrichtungen in Australien für den Fall, dass spätere Tests positiv ausfallen. Die Bundesstaaten und Territorien wurden gebeten, Isolationsanordnungen gemäß dem Biosecurity Act vorzubereiten. Der Vorfall erinnert an die COVID-19-Zeit, als Ausbrüche auf Kreuzfahrten zu erheblichen diplomatischen und logistischen Herausforderungen führten. Reiseveranstalter weisen darauf hin, dass die meisten Pandemieprotokolle – wie Vorabtests, schnelle Isolationskabinen an Bord und internationale „Green Lane“-Medevac-Abkommen – weiterhin gemäß den Internationalen Gesundheitsvorschriften gelten. Unternehmen, die exklusive Antarktisreisen anbieten, stehen nun erneut unter Beobachtung hinsichtlich der Kontrolle von Nagetier-Vektoren in südamerikanischen Häfen, in denen Hantavirus endemisch ist. Für Arbeitgeber, die Fly-in-Fly-out-Dienste (FIFO) oder Incentive-Reisen für Führungskräfte organisieren, ist der Vorfall eine Erinnerung daran, medizinische Evakuierungsabsicherungen und Konsularkosten in die Reisebudgets einzukalkulieren. Versicherer berichten von einem Anstieg der Prämien für Kreuzfahrt-Zusatzversicherungen um 15 bis 20 Prozent im Jahresvergleich, wobei Underwriter detaillierte Pläne zum Ausbruchsmanagement verlangen, bevor Gruppenpolicen ausgestellt werden. Australische Behörden betonen, dass das Hantavirus eine geringe Übertragungsrate von Mensch zu Mensch aufweist, doch die schnelle Reaktion der Regierung zeigt eine Null-Toleranz-Politik gegenüber neuartigen Krankheitserregern nach der Pandemie. Mobilitätsfachleute sollten weiterhin mit gezielten Gesundheitskontrollen an den Grenzen rechnen – wie PCR-Tests bei Ankunft und verpflichtenden Gesundheitsdeklarationen – sobald Ausbrüche im Ausland auf australische Reisende treffen.
Quelle: The Guardian (live blog)
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