
Irische Freizeit- und Geschäftsreisende erlebten am Samstag, den 16. Mai 2026, den dritten Tag in Folge erhebliche Beeinträchtigungen, da die mächtige französische Fluglotsengewerkschaft SNCTA ihren landesweiten Streik fortsetzte, der am Himmelfahrtstag begonnen hatte. Die Flughäfen Paris-Charles-de-Gaulle, Orly, Lyon, Nizza und Marseille arbeiteten nur mit minimalem Personal in den Kontrolltürmen und auf den Flugrouten, weshalb die französische Luftfahrtbehörde DGAC vorsorglich bis zu 75 % der regulären Flugpläne strich. Für Irland waren die Auswirkungen sofort spürbar: Ryanair strich mehr als 40 Flüge von Dublin, Cork und Shannon zu französischen Flughäfen, während Aer Lingus weitere 18 Verbindungen, darunter besonders nachgefragte Morgenflüge für Geschäftsreisende, absagte. Am Flughafen Dublin zeigten die Live-Anzeigetafeln durchschnittliche Verspätungen von 70 bis 90 Minuten bei den wenigen Flügen nach Frankreich, die dennoch starteten. Die Airlines versuchten, Passagiere über Amsterdam und London umzuleiten, doch die Kapazitäten waren zu Beginn des Pfingstwochenendes schnell erschöpft. Reisebüros meldeten einen starken Anstieg an dringenden Umbuchungen von multinationalen Unternehmen mit Montagsterminen auf dem Kontinent. „Bei zeitkritischen Reiserouten haben wir Mitarbeiter auf die Samstagabend-Fähre Dublin–Cherbourg der Irish Ferries umgebucht und Chauffeurfahrten nach Paris und Lyon organisiert“, erklärte Sinéad Murphy, Betriebsleiterin bei Corporate Care Travel. Die bodengebundenen Alternativen verlängerten die Reisezeit jedoch um 10 bis 12 Stunden und führten zu Zuschlägen für unsoziale Arbeitszeiten gemäß den meisten Mobilitätsrichtlinien. Der Streik, der sich gegen Personalreformen und Dienstpläne richtet, steht exemplarisch für einen sich zuspitzenden Arbeitskampf im europäischen Luftverkehr in diesem Sommer. Da für Juni bereits weitere Streikankündigungen der französischen Fluglotsen vorliegen, werden Mobilitätsmanager dazu angehalten, Pufferzeiten rund um Kundentermine einzuplanen, teurere Umleitungen über Nordeuropa vorab zu genehmigen und Reisende darauf hinzuweisen, dass EU-Verordnung 261 keine Entschädigung bei Fluglotsenstreiks vorsieht. Obwohl der Streik offiziell um 23:59 Uhr am 16. Mai endet, warnten die Airlines, dass Flugzeuge und Besatzungen noch nicht an ihrem Ausgangsort sein werden, sodass Restausfälle und Verspätungen auch am Sonntag möglich sind. Passagiere mit Buchungen an den betroffenen Tagen können kostenfreie Umbuchungen oder Erstattungen in Anspruch nehmen; wer enge Visumsfristen hat, sollte die Benachrichtigungen der Airlines bei Verlängerungsanträgen beifügen, um „höhere Gewalt“ nachzuweisen, rieten Experten.
Quelle: StrikeTracker
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