
Frankreichs nationale Verkehrsbeobachtungsstelle Bison Futé hat für Sonntag, den 17. Mai, eine seltene „Rouge +“-Warnung (dunkelrot) herausgegeben. Sie warnt vor „außergewöhnlich hohem Verkehrsaufkommen“ auf allen wichtigen Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen, da Millionen von Autofahrern nach dem viertägigen Feiertagswochenende zu Hause ankommen. Die Behörde erwartet, dass sich die ersten Staus bereits vor 9 Uhr auf der A7 zwischen Marseille und Lyon bilden und sich bis zum späten Vormittag auf die A10 (Bordeaux–Paris) und A13 (Normandie–Paris) ausweiten. Die Behörden der Île-de-France rechnen mit Stop-and-go-Verkehr auf dem Boulevard Périphérique und empfehlen, die Pariser Region vor 10 Uhr zu durchqueren oder zu betreten. Ähnliche Engpässe werden auf den Zufahrten A2/A1 aus Belgien sowie auf den Alpenrouten aus Italien und der Schweiz erwartet. Obwohl die Warnung hauptsächlich private Autofahrer betrifft, sind auch Firmen-Shuttles, Umzugs-Lkw und grenzüberschreitende Busse betroffen. Umzugsunternehmen wurden gebeten, Lieferungen von Haushaltswaren neu zu terminieren, während einige Busunternehmen flexible Tickets anbieten. Logistikverbände begrüßten die vorübergehende Ausnahmegenehmigung des Verkehrsministeriums, die es Tanklastzügen und wichtigen Gütern erlaubt, trotz des sonst geltenden Fahrverbots für schwere Fahrzeuge unterwegs zu sein. Reise-Risikoberater weisen darauf hin, dass dies die erste „Rouge +“-Warnung seit 2019 außerhalb der traditionellen Juli/August-Reisesaison ist, was die aufgestaute Freizeitnachfrage und die postpandemische Präferenz für Autofahrten gegenüber Kurzstreckenflügen unterstreicht. Arbeitgeber mit Fahrzeugflotten in Frankreich wurden aufgefordert, ihre Mitarbeiter an die gesetzlichen Ruhezeiten zu erinnern und aktuelle Verkehrsinformationen über die Bison Futé-App der Regierung zu verfolgen. Für die Zukunft erwarten Experten ähnlichen Druck am Pfingstmontag (24. Mai) und erneut Ende Juni, wenn die Fußball-Europameisterschaft beginnt. Unternehmen mit zeitkritischen grenzüberschreitenden Transporten sollten in Erwägung ziehen, Bahn- oder Flugalternativen zu buchen oder Abfahrten sehr früh oder spät am Tag zu planen, um Kettenreaktionen durch Verzögerungen zu vermeiden.
Quelle: Harian Basis (France edition)
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