
Gegen 21:30 Uhr am Samstagabend, dem 23. Mai, begannen Fahrgäste auf den Bahnsteigen der Metrostation Simonis-Elisabeth der Linie 6 plötzlich zu husten und klagten über brennende Augen und Halsschmerzen. Die Brüsseler Feuerwehr und Rettungsdienste wurden vom Stationspersonal alarmiert, evakuierten schnell das Gelände und leiteten ein Luftabsaugprotokoll ein, um den Reizstoff zu entfernen. Erste Auswertungen der Überwachungskameras deuten darauf hin, dass kurz vor der Ankunft in Simonis Pfefferspray (OC-Spray) in einem Waggon versprüht wurde. Da die Waggons über dasselbe Belüftungssystem verbunden sind, verbreitete sich das Aerosol rasch im gesamten Zug und auf dem Bahnsteig. Fünfzehn Personen wurden vor Ort wegen Atemwegsreizungen behandelt, zwei wurden zur Beobachtung ins Krankenhaus Saint-Pierre gebracht. Lebensbedrohliche Verletzungen wurden nicht gemeldet. Die Bundespolizei richtete mit Unterstützung der Polizeizone Brüssel-West einen Sicherheitsperimeter ein, während forensische Teams Rückstandproben sicherten. Die Ermittler sichten das Überwachungsvideo, um den Täter zu identifizieren; das absichtliche Freisetzen eines gesundheitsschädlichen Stoffes an einem öffentlichen Ort kann nach belgischem Recht mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden. Die STIB-MIVB stellte den Verkehr durch Simonis für etwa 75 Minuten ein, was späte Fahrgäste zwang, über Yser oder Elisabeth umzusteigen. Obwohl der Betrieb um 22:45 Uhr wieder aufgenommen wurde, fügte sich der Vorfall in eine Reihe jüngster Störungen ein, die das Vertrauen der Reisenden vor den EU-Ministertreffen in der Hauptstadt nächste Woche beeinträchtigen. Für Mobilitätsmanager ist der Vorfall eine Mahnung, in den Brüsseler Nahverkehrsplänen insbesondere für Nachtschichten und Konferenztransfers Redundanzen einzuplanen und die Mitarbeiter über Notausgänge und alternative Routen im U-Bahn-Netz zu informieren.
Quelle: The Brussels Times