
Das irische Justizministerium bestätigte am späten 24. Mai 2026, dass ein Charterflugzeug mit 34 verurteilten polnischen und litauischen Männern, die in Irland Straftaten begangen hatten, von Dublin nach Warschau und Vilnius abgeflogen ist. Die Aktion – 22 polnische und 12 litauische Staatsangehörige – stellt die größte einzelne Durchsetzungsmaßnahme des Jahres 2026 im Rahmen der EU-Freizügigkeitsrichtlinie dar. Alle Betroffenen hatten Freiheitsstrafen für Delikte von organisiertem Einbruch bis hin zu schwerer Körperverletzung erhalten. 25 wurden direkt aus der Haft des irischen Gefängnisdienstes entlassen, neun weitere wurden vom Garda National Immigration Bureau (GNIB) bei landesweiten Razzien vor dem Flug festgenommen. Jeder Deportierte unterliegt nun einem Wiedereinreiseverbot nach Irland von bis zu zehn Jahren. Justiz-, Innen- und Migrationsminister Jim O’Callaghan betonte, dass die Freizügigkeit „nicht bedingungslos“ sei, und kündigte weitere Charterflüge an, wenn die öffentliche Sicherheit dies erfordere. Der Minister gab bekannt, dass in diesem Jahr bereits 88 EU-Bürger abgeschoben wurden, im Vergleich zu 56 im gesamten Jahr 2025 – ein Anstieg von 57 Prozent, der eine härtere Haltung gegenüber Kriminalität unter mobilen Arbeitskräften innerhalb der EU verdeutlicht. Die Charterkosten beliefen sich auf 184.465 € (ohne MwSt.) und umfassten Garda-Begleitung, medizinisches Personal, zertifizierte Dolmetscher sowie einen unabhängigen Menschenrechtsbeobachter – mittlerweile Standardmaßnahmen nach Rechtsstreitigkeiten 2023 wegen Vorwürfen der „kollektiven Ausweisung“. Air Partner Ltd hält den aktuellen Rahmenvertrag für solche Flüge, der 2024 nach einer offenen Ausschreibung vergeben wurde. Für Arbeitgeber ist der Fall eine Mahnung, dass EU-Mitarbeiter bei Sicherheitsrisiken schnell abgeschoben werden können, was kurzfristig zu Fachkräftelücken auf Baustellen führen kann. Mobilitätsmanager werden daher empfohlen, Compliance-Schulungen zu überprüfen und Verhaltensregeln besonders in Branchen mit wechselnden Schichtarbeitern zu betonen. Gleichzeitig unterstrich das Ministerium, dass „die überwiegende Mehrheit“ der polnischen und litauischen Bewohner weiterhin positiv zur irischen Wirtschaft beiträgt, was signalisiert, dass legitime Rekrutierungen innerhalb der EU willkommen bleiben.
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