
Der Flughafen Dublin startete ins erste sommerliche Bankfeiertagswochenende mit etwa 40 verspäteten Abflügen und mindestens vier Annullierungen am Samstag, den 23. Mai. Live-Tracking-Anzeigen zeigten weitreichende Störungen auf wichtigen Kurzstrecken-Businessrouten nach London, Paris und anderen europäischen Drehkreuzen, da Flugzeuge hinter dem Zeitplan zurückblieben und die Umsteigezeiten sich verlängerten. Ryanair und Aer Lingus – gemeinsam verantwortlich für den Großteil des Verkehrs in Dublin – gehörten zu den am stärksten betroffenen Fluggesellschaften, auch British Airways und Air France meldeten verspätete Abflüge. Obwohl das Wetter ruhig war, wiesen Analysten auf ein System hin, das nach monatelangen Personalknappheiten und hoher Flugzeugauslastung in Europa an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Bereits im Frühjahr verzeichnete Dublin an einem einzigen Tag über 200 Verspätungen, was die geringe Pufferzeit in Kurzstreckenplänen verdeutlicht. Die Zahlen vom Samstag waren zwar geringer, zeigten aber erneut die Anfälligkeit der hochfrequenten Shuttle-Verbindungen: Sobald eine Frühschicht ausfällt, kann das eng getaktete Tagesprogramm schnell aus dem Gleichgewicht geraten. Besonders stark betroffen waren die Verbindungen nach London. Verspätete Flüge nach Heathrow verschoben sich in den Nachmittag, was die Anschlusszeiten für Langstreckenflüge stark verkürzte. Ähnlich verhielt es sich bei den Verbindungen zum Pariser Charles de Gaulle, wodurch sowohl Freizeitreisende als auch Geschäftsreisende unter Druck gerieten, verpasste Anschlüsse umzubuchen. Stornierungen verschärften die Situation zusätzlich. Aer Lingus hat seine Kunden bereits darauf hingewiesen, dass ein separates Wartungsprogramm rund 2 Prozent des Sommerflugplans einschränken wird, was die Empfindlichkeit gegenüber weiteren Störungen erhöht. Nach der EU-Verordnung 261/2004 haben Passagiere bei Verspätungen von mehr als drei Stunden oder bei Annullierungen Anspruch auf Verpflegung, Unterkunft und in vielen Fällen auch finanzielle Entschädigung. Reise-Risikomanager multinationaler Unternehmen mit irischem Hauptsitz raten ihren Mitarbeitern, großzügigere Zeitpuffer in ihre Reisepläne einzubauen und Bordkarten sowie schriftliche Verspätungsmitteilungen als Nachweis für Entschädigungsansprüche aufzubewahren.
Quelle: The Traveler