
Hunderte von Mitarbeitern des Immigration Detention Services (DSOs) legten am 11. und 12. Juni für jeweils zwei Stunden die Arbeit nieder – der schwerwiegendste Arbeitskampf im australischen Abschiebezentrum-Netzwerk seit 2019. In einer Pressemitteilung warf die United Workers Union dem neuen Auftragnehmer Secure Journeys – einem US-amerikanischen Betreiber privater Gefängnisse, der den 2,3 Milliarden AUD schweren Managementvertrag im vergangenen Jahr übernommen hat – vor, „US-amerikanische Arbeitspraktiken“ einzuführen, Personal abzubauen und die Löhne unter das Niveau vergleichbarer Sicherheitsjobs zu drücken. Die DSOs berichten von chronischem Personalmangel, der einige dazu zwingt, in einem 15-Tage-Zeitraum elf Zwölf-Stunden-Schichten zu leisten, was zu Erschöpfung führt und ihrer Meinung nach sowohl Mitarbeiter als auch Inhaftierte gefährdet. Die Gewerkschaft erklärt, dass mehr als zehn Verhandlungsrunden keine Lohnangleichung oder sichere Dienstpläne gebracht haben. Gestaffelte Arbeitsniederlegungen sind täglich von 5 bis 7 Uhr morgens und 17 bis 19 Uhr abends in allen Bundesstaaten geplant, bis der Arbeitgeber ein verbessertes Angebot vorlegt. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind indirekt, aber spürbar: Die Australian Border Force muss Manager abstellen, um wichtige Sicherheitsaufgaben zu übernehmen, was zu Verzögerungen bei der Überstellung von Inhaftierten, Abschiebungen und vor Ort stattfindenden Einwanderungsinterviews führen kann. Anwaltskanzleien warnen, dass ein Rückstau die Bearbeitung von Schutzvisaanträgen und Fällen zur Aufhebung der Charakterbewertung verlangsamen könnte, was Unternehmen mit gesponserten Mitarbeitern in Haft betrifft. Mobilitätsteams sollten mit möglichen Terminänderungen rechnen, falls Mitarbeiter an Anhörungen oder VEVO-Interviews vor Ort teilnehmen müssen. Unternehmen mit Auftragnehmern, die Wartung oder Catering in den Abschiebezentren übernehmen, sollten Notfallpläne für mögliche Zugangsbeschränkungen während der Streikzeiten prüfen. Secure Journeys hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht öffentlich geäußert, soll aber Anfang nächster Woche Gespräche mit der Fair Work Commission führen. Die Regierung, die die Verträge für Abschiebezentren 2025 wieder in die eigene Hand nahm, bevor sie sie neu ausschrieb, steht unter Druck, in künftigen Vereinbarungen Mindestpersonalquoten durchzusetzen.
Quelle: United Workers Union