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Die Schweizer Wirtschaft warnt vor Fachkräftemangel, während das Referendum zur Bevölkerungsobergrenze von 10 Millionen näher rückt

Juni 13, 2026
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Die Schweizer Wirtschaft warnt vor Fachkräftemangel, während das Referendum zur Bevölkerungsobergrenze von 10 Millionen näher rückt
Die Schweizer Tradition der direkten Demokratie wird am Sonntag, dem 14. Juni, erneut die Mobilitätspolitik prägen, wenn die Stimmberechtigten darüber entscheiden, ob die Verfassung geändert werden soll, um die Einwohnerzahl unter zehn Millionen zu halten. Die Initiative – von der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) unter dem Motto „Nein zu einer Schweiz mit 10 Millionen!“ lanciert – sieht vor, ab einer Bevölkerungszahl von 9,5 Millionen schrittweise strengere Beschränkungen bei Einwanderung, Asyl und Familiennachzug einzuführen. Im Extremfall könnte dies Bern dazu zwingen, das Freizügigkeitsabkommen mit der EU zu kündigen.

In der Schlussphase des Abstimmungskampfs hat sich der Widerstand aus der Wirtschaft verstärkt. Pharmakonzern Roche, Lebensmittelriese Nestlé und der Dachverband economiesuisse warnen davor, dass eine Obergrenze zu einem chronischen Mangel an hochqualifizierten Arbeitskräften führen könnte. Ausländische Staatsangehörige machen bereits rund 30 % der Schweizer Erwerbsbevölkerung aus, und ganze Branchen – von den Life Sciences in Basel bis zur Hotellerie in den Alpen – sind auf grenzüberschreitende Arbeitskräfte angewiesen. Ökonomen weisen darauf hin, dass das Bevölkerungswachstum von fast zwei Millionen seit dem Freizügigkeitsabkommen 2002 mit einer Verdreifachung des BIP einhergegangen ist. „Innovation lebt von Talenten, und Talente sind mobil“, so Rudolf Minsch, Chefökonom von economiesuisse.

Die Schweizer Wirtschaft warnt vor Fachkräftemangel, während das Referendum zur Bevölkerungsobergrenze von 10 Millionen näher rückt


Sollte die Initiative angenommen werden, betritt die Schweiz juristisches Neuland: Die Verfassung würde den Bundesrat verpflichten, das EU-Mobilitätspaket neu zu verhandeln oder zu kündigen, falls mildere Maßnahmen nicht greifen. Personalverantwortliche planen bereits verschiedene Szenarien: Sie beschleunigen Anträge auf Niederlassungsbewilligungen für Schlüsselpersonen, überprüfen steuerliche Anreizpakete für Unternehmen und testen Homeoffice-Regelungen, die es EU-basierten Spezialisten ermöglichen könnten, Schweizer Projekte ohne Umzug zu unterstützen. Migrationsrechtskanzleien berichten von einem Anstieg der Anfragen zu beschleunigten Arbeitsbewilligungen in der Kategorie „Begünstigte Interessen“ für Nicht-EU-Bürger.

Aktuelle Umfragen des Forschungsinstituts gfs.bern zeigen 45 % Zustimmung und 52 % Ablehnung – eine Differenz, die innerhalb der statistischen Schwankungsbreite liegt. Die Wahlbeteiligung wird entscheidend sein. Selbst bei einer Ablehnung wird erwartet, dass im nächsten Legislaturzyklus Forderungen nach strengeren Kontingenten für Drittstaatenbewilligungen laut werden.
Quelle: Fortune

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