
Der Immigration Service Delivery (ISD) des Justizministeriums hat eine überarbeitete Familienzusammenführungsrichtlinie veröffentlicht, die sofort für irische Staatsbürger und Sponsoren außerhalb des EWR gilt. Wesentliche Änderungen betreffen die Anhebung der dreijährigen Einkommensanforderung für irische Sponsoren, die Ehepartner oder Kinder nachholen möchten – von 40.000 € auf 75.000 € – sowie neue Nachweispflichten für Unterkunft bei Inhabern einer allgemeinen Beschäftigungserlaubnis. Für internationale Entsandte ist die wichtigste Neuerung, dass Mitarbeiter mit Kategorie-C-Genehmigungen nun ausreichenden Wohnraum für Angehörige nachweisen müssen und als nicht berechtigt gelten können, wenn sie in bestimmten staatlich geförderten Unterkünften leben. Multinationale Unternehmen müssen ihre Umzugsbudgets überprüfen und möglicherweise Wohnungszuschüsse vorziehen, um Schlüsselkräfte bei der Erfüllung der neuen Kriterien zu unterstützen. Die Richtlinie führt zudem eine zweijährige Wartezeit für Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte ein, bevor sie unter dem kommenden International Protection Act die Familienzusammenführung mit nahen Angehörigen beantragen können. Sponsoren dürfen keine Rückstände bei staatlichen Darlehen haben oder bestimmte Sozialleistungen beziehen, was die Anspruchsvoraussetzungen weiter verschärft. Laut ISD resultiert die Reform aus Kapazitätsengpässen im irischen Aufnahme- und Unterkunftssystem und soll die finanziellen Schwellen an das Durchschnittseinkommen anpassen. Kritiker bemängeln, dass die Maßnahme vor allem mittelverdienende Migranten – insbesondere in den Bereichen Technologie und Gesundheitswesen – benachteiligt, deren Bruttogehalt zwar die Gehaltsanforderung für eine Arbeitserlaubnis erfüllt, aber nicht den neuen Familienstandard erreicht. Arbeitgeber werden dringend aufgefordert, aktuelle und zukünftige Entsendefälle zu prüfen, insbesondere wenn Anträge auf Angehörigenvisa anstehen, um kurzfristige Ablehnungen zu vermeiden. Personalabteilungen sollten zudem ihre Mobilitätsrichtlinien anpassen, da höhere Dokumentations- und Übersetzungskosten zu erwarten sind, da zusätzliche Finanznachweise wahrscheinlich beglaubigte Kontoauszüge und Steuerunterlagen erfordern.
Quelle: Immigration Service Delivery
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