
Spaniens einmalige Legalisierungskampagne für undokumentierte Ausländer übertrifft alle Erwartungen. Das Ministerium für Inklusion, Soziale Sicherheit und Migration bestätigte am 15. Juni, dass bereits 900.000 Personen elektronische oder persönliche Anträge im Rahmen des Königlichen Erlasses 316/2026 eingereicht haben. Dieser eröffnete ein dreimonatiges Zeitfenster (1. April bis 30. Juni) für Personen, die vor dem 1. Januar 2026 in Spanien lebten, um eine vorübergehende Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis zu erhalten. Ursprünglich rechneten die Behörden mit etwa 500.000 Anträgen, doch nun ist die Kapazität auf „bis zu eine Million“ ausgeweitet worden.
Hinter dem Ansturm steht eine intensive Mobilisierung von NGOs, Gewerkschaften und Regionalregierungen, die hunderte Pop-up-Rechtsberatungen von der Fira de Montjuïc in Barcelona bis zum Palacio de Congresos in Sevilla eingerichtet haben. Laut Reuters stammen ein Drittel der bereits bearbeiteten 360.000 Anträge von lateinamerikanischen Staatsangehörigen – vor allem aus Kolumbien, Venezuela und Peru –, die seit Jahren ohne regulären Status in Spanien leben und arbeiten. Die Antragsteller müssen einen ununterbrochenen Aufenthalt und ein sauberes Führungszeugnis nachweisen sowie eine Gebühr von 38 Euro entrichten; die biometrische Erfassung erfolgt in Polizeistationen, sobald der Antrag vorab genehmigt wurde.
Wirtschaftsverbände unterstützen die Maßnahme weitgehend. Die spanische Arbeitgebervereinigung CEOE schätzt, dass die Legalisierung versteckter Arbeitskräfte im ersten Jahr 3 Milliarden Euro an Sozialversicherungsbeiträgen einbringen und Engpässe in Gastronomie, Bauwesen und Altenpflege vor der Hochsaison lindern könnte. Arbeitsmarktexperten der Universidad Carlos III berechnen einen Nettosteuergewinn von 4.000 Euro pro legalisiertem Arbeitnehmer durch Steuern und Sozialabgaben. Unternehmen können erfolgreiche Antragsteller direkt einstellen, ohne den Arbeitsmarkt testen zu müssen, sofern sie reguläre Arbeitsverträge anmelden.
Doch der Ansturm hat auch politische Folgen. Oppositionssprecher Borja Sémper warf der Regierung „krasse Improvisation“ vor und warnte, dass unterbesetzte Einwanderungsbehörden zusammenbrechen könnten, was die Bearbeitungszeiten für andere Kategorien wie Blue-Card-Fachkräfte verlängern würde. Innenminister Fernando Grande-Marlaska entgegnete, dass 1.200 temporäre Mitarbeiter von der Steuerbehörde abgestellt wurden, um die Verwaltungsabläufe zu stärken, und 70 Prozent der Anträge innerhalb von 60 Tagen bearbeitet werden sollen.
Für Mobilitätsmanager ist die Botschaft klar: Wer jetzt legalisiert wird, erhält mit der TIE-Aufenthaltskarte – voraussichtlich spätestens im Oktober – volle Reisefreiheit im Schengen-Raum. Arbeitgeber mit großen Schattenarbeitskräften haben eine letzte Chance, ihre Mitarbeiter zu legalisieren, sollten aber sicherstellen, dass die Anträge vor dem 30. Juni um 23:59 Uhr eingereicht werden. Danach endet die außergewöhnliche Arraigo-Regelung, und es gelten wieder die regulären Einwanderungskanäle und Quoten.
Hinter dem Ansturm steht eine intensive Mobilisierung von NGOs, Gewerkschaften und Regionalregierungen, die hunderte Pop-up-Rechtsberatungen von der Fira de Montjuïc in Barcelona bis zum Palacio de Congresos in Sevilla eingerichtet haben. Laut Reuters stammen ein Drittel der bereits bearbeiteten 360.000 Anträge von lateinamerikanischen Staatsangehörigen – vor allem aus Kolumbien, Venezuela und Peru –, die seit Jahren ohne regulären Status in Spanien leben und arbeiten. Die Antragsteller müssen einen ununterbrochenen Aufenthalt und ein sauberes Führungszeugnis nachweisen sowie eine Gebühr von 38 Euro entrichten; die biometrische Erfassung erfolgt in Polizeistationen, sobald der Antrag vorab genehmigt wurde.
Wirtschaftsverbände unterstützen die Maßnahme weitgehend. Die spanische Arbeitgebervereinigung CEOE schätzt, dass die Legalisierung versteckter Arbeitskräfte im ersten Jahr 3 Milliarden Euro an Sozialversicherungsbeiträgen einbringen und Engpässe in Gastronomie, Bauwesen und Altenpflege vor der Hochsaison lindern könnte. Arbeitsmarktexperten der Universidad Carlos III berechnen einen Nettosteuergewinn von 4.000 Euro pro legalisiertem Arbeitnehmer durch Steuern und Sozialabgaben. Unternehmen können erfolgreiche Antragsteller direkt einstellen, ohne den Arbeitsmarkt testen zu müssen, sofern sie reguläre Arbeitsverträge anmelden.
Doch der Ansturm hat auch politische Folgen. Oppositionssprecher Borja Sémper warf der Regierung „krasse Improvisation“ vor und warnte, dass unterbesetzte Einwanderungsbehörden zusammenbrechen könnten, was die Bearbeitungszeiten für andere Kategorien wie Blue-Card-Fachkräfte verlängern würde. Innenminister Fernando Grande-Marlaska entgegnete, dass 1.200 temporäre Mitarbeiter von der Steuerbehörde abgestellt wurden, um die Verwaltungsabläufe zu stärken, und 70 Prozent der Anträge innerhalb von 60 Tagen bearbeitet werden sollen.
Für Mobilitätsmanager ist die Botschaft klar: Wer jetzt legalisiert wird, erhält mit der TIE-Aufenthaltskarte – voraussichtlich spätestens im Oktober – volle Reisefreiheit im Schengen-Raum. Arbeitgeber mit großen Schattenarbeitskräften haben eine letzte Chance, ihre Mitarbeiter zu legalisieren, sollten aber sicherstellen, dass die Anträge vor dem 30. Juni um 23:59 Uhr eingereicht werden. Danach endet die außergewöhnliche Arraigo-Regelung, und es gelten wieder die regulären Einwanderungskanäle und Quoten.
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