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Italien setzt EU-Migrations- und Asylpakt um: Dekret-Gesetz 100/2026 tritt in Kraft

Juni 19, 2026
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Italien setzt EU-Migrations- und Asylpakt um: Dekret-Gesetz 100/2026 tritt in Kraft
Mit Wirkung zum 18. Juni 2026 setzt das Dekret-Gesetz 100/2026 fünf zentrale Instrumente des EU-Migrations- und Asylpakts in italienisches Recht um. Das 78-Artikel umfassende Dekret, das über Nacht im Amtsblatt veröffentlicht wurde, bringt Italiens Aufnahmebedingungen, Grenzüberprüfungsverfahren und Eurodac-Datenregelungen in Einklang mit dem neuen gemeinsamen Rahmen aus Brüssel. Wichtige Maßnahmen umfassen ein maximal vierwöchiges Grenzverfahren für offensichtlich unbegründete Anträge, die Möglichkeit, Rückkehrer bis zu 18 Monate (in Sicherheitsfällen bis zu 24 Monate) in Haft zu nehmen, sowie ein neu gestaltetes Netzwerk von „Erstregistrierungszentren“ als Ersatz für das bisherige Hotspot-System. Ein Anhang listet 18 „sichere Drittstaaten“ auf – Anträge von Staatsangehörigen dieser Länder werden in ein beschleunigtes Verfahren überführt. Für Kommunen klärt das Dekret die Finanzierungsmodelle: Kommunale Behörden, die Aufnahmeeinrichtungen betreiben, erhalten 42 Euro pro Person und Tag, davon 20 Prozent für Sprachkurse und Integration. Unternehmen, die Asylbewerber im Rahmen der Sonderarbeitserlaubnis beschäftigen, müssen die Einstellungen innerhalb von 48 Stunden über das neue MIGRA-COM-Portal melden, andernfalls drohen Bußgelder von bis zu 5.000 Euro pro Beschäftigtem. Das Innenministerium betont, dass das Dekret 100/2026 auch die EU-Kofinanzierung für IT-Grenzprojekte freisetzt – ein entscheidender Punkt, da Italien sich auf den Start des Entry/Exit-Systems (EES) vorbereitet. NGOs hingegen befürchten eine Ausweitung der Haft und haben rechtliche Schritte angekündigt. Mobilitätsmanager sollten beachten, dass schnellere Prüfungen die Zeit verkürzen könnten, in der der Status und das Arbeitsrecht eines Mitarbeiters unklar sind, während strengere Fristen HR-Teams dazu zwingen, das MIGRA-COM-Portal täglich zu überwachen, um die Einhaltung sicherzustellen.
Quelle: Progetto Omnia – MemoWeb

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