
Die Staatliche Universität von Pará (UEPA) veranstaltete am 19. Juni 2026 in Belém das interkulturelle Seminar „Deskolonisierung der Grenzen: Bildung und menschliche Mobilität im Amazonasgebiet“. Das Event, das zeitlich vor dem Weltflüchtlingstag stattfand, brachte Wissenschaftler, Aktivisten und Führungspersönlichkeiten migrantischer Gemeinschaften aus Brasilien, Venezuela, Haiti, Benin und Mosambik zusammen, um die besonderen Herausforderungen der Mobilität in der Region zu diskutieren. In den Vormittagspanels wurde untersucht, wie der Klimawandel die Vertreibungsmuster im Amazonasbecken verändert, wobei jüngste Überschwemmungen genannt wurden, die grenzüberschreitende Bewegungen zwischen Peru, Kolumbien und Brasilien ausgelöst haben. Die Nachmittagsveranstaltungen stellten Basisbildungsprojekte vor, die indigene und migrantische Kinder dabei unterstützen, ihre zweisprachige Lesefähigkeit zu erhalten und gleichzeitig in den brasilianischen Lehrplan integriert zu werden. Das Seminar ist Teil der Partnerschaft der UEPA mit dem Sérgio Vieira de Mello-Lehrstuhl des UNHCR, der politische Empfehlungen für staatliche Bildungsbehörden erarbeitet, um ausländische Schulzeugnisse anzuerkennen und Schülerausweise unabhängig vom Migrationsstatus auszustellen. Die Teilnehmenden forderten die Bundesregierung auf, Umwelt-Migrationsszenarien im neuen, derzeit in der Beratung befindlichen Nationalen Migrationsplan zu berücksichtigen. Für multinationale Arbeitgeber im Norden wurde die Notwendigkeit von familienunterstützenden Maßnahmen hervorgehoben, die bei der Versetzung von Mitarbeitenden nach Pará und Amazonas Schulplatzierung und Sprachbarrieren adressieren. CSR-Teams könnten während des Seminars identifizierte Möglichkeiten nutzen, um Gemeinschaftssprachzentren oder Stipendienfonds zu fördern.
Quelle: Universidade do Estado do Pará