
Das Heimatschutzministerium (DHS) reagierte am 19. Juni schnell, um eine Entscheidung eines Bundesbezirksgerichts aufzuheben, die die beispiellose Zusatzgebühr von 100.000 US-Dollar auf viele H-1B-Anträge von Präsident Trump kassierte. In einem Eilantrag beim US-Berufungsgericht des Ersten Bezirks argumentierte das DHS, dass die Gebühr eine rechtmäßige Ausübung der weitreichenden Befugnisse des Präsidenten zur Regulierung der Einreise ausländischer Arbeitskräfte darstellt und während des laufenden Berufungsverfahrens in Kraft bleiben sollte. Die im Februar angekündigte Gebühr, die für H-1B-Fälle mit konsularischer Bearbeitung gilt, soll Offshore-Einstellungen erschweren und Arbeitgeber dazu bewegen, verstärkt auf höher bezahlte, in den USA ansässige Fachkräfte zurückzugreifen. Richter Leo Sorokin vom Bezirksgericht Massachusetts hatte am 8. Juni entschieden, dass die Zusatzgebühr eine unzulässige „Steuer“ darstelle und gegen das Verwaltungsverfahrensgesetz verstoße, nachdem 20 Bundesstaaten und zahlreiche Tech-Unternehmen geklagt hatten. Das DHS hält die Einstufung der Gebühr durch das Bezirksgericht für falsch und argumentiert, dass selbst wenn es sich um eine Steuer handele, der Präsident diese gemäß bestehender Einwanderungsgesetze erheben könne. Für Arbeitgeber, die Arbeitskräfte im Ausland sponsern, hat die Möglichkeit, dass die Gebühr wieder in Kraft tritt, unmittelbare Auswirkungen auf die Budgetplanung. Seit dem 8. Juni eingereichte Anträge wurden ohne die Zusatzgebühr akzeptiert; eine Aussetzung würde Arbeitgeber vor die Entscheidung stellen, ob sie die Gebühr zahlen oder die Anträge bis zur endgültigen Klärung zurückhalten. Einwanderungsanwälte raten ihren Mandanten, liquide Mittel bereitzuhalten und das Verfahren beim Berufungsgericht täglich zu verfolgen. Sollte das DHS letztlich obsiegen, könnten multinationale Unternehmen mit unerwarteten Mehrkosten in Millionenhöhe konfrontiert werden, gerade zum Ende der Antragsfrist für das Geschäftsjahr 2027 am 30. Juni. Im Falle einer endgültigen Niederlage würde die Zusatzgebühr entfallen, doch der politische Druck, die H-1B-Kosten insgesamt zu erhöhen, bliebe bestehen; der Kongress diskutiert bereits einen separaten Vorschlag, die Standardantragsgebühr im nächsten Haushaltsjahr von 460 auf 2.000 US-Dollar anzuheben.
Quelle: Bloomberg Law
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