
Der in Zürich ansässige Rückversicherer Swiss Re nutzte seinen ersten „Schweizer Resilienz-Tag“ am 26. Juni, um davor zu warnen, dass Hitze zu einem „Risikofaktor“ geworden ist, der Transport-, Energie- und Gesundheitssysteme bedroht. Bei der Vorstellung der sigma-Studie „Warming Switzerland“ stellte das Swiss Re Institute fest, dass sich die Anzahl heißer Tage seit 1990 verdreifacht hat und anhaltende Hitze Schienen verformen, Start- und Landebahnen aufweichen sowie die Unfallrate auf Alpenstraßen erhöhen kann. Die Veranstaltung brachte kantonale Planer, SBB-Infrastrukturverantwortliche und Flughafenbetreiber zusammen, um praktische Anpassungen zu diskutieren – von reflektierenden Schienenbeschichtungen, die im Gotthard-Korridor getestet werden, bis hin zur Nachrüstung von Trolleybusdepots mit Dachkühlung. Mobilitätsexperten betonten die Notwendigkeit, Arbeits- und Ruhezeiten für Bauarbeiter bei grenzüberschreitenden Projekten zu überarbeiten, da Überhitzung der Arbeiter für einen Produktivitätsverlust von 12 % während der Hitzewelle 2025 verantwortlich gemacht wurde. Swiss Re forderte Versicherer und Unternehmen auf, parametrierte Versicherungen für wetterbedingte Verzögerungen auszuweiten und verwies auf einen Verlust von 320 Millionen CHF durch den Fels-Eis-Lawinenabgang in Blatten im vergangenen Jahr, der den Grimselpass wochenlang lahmlegte. Vermögensintensive Branchen wie Logistik und Luftfahrt wurden ermutigt, Klimarisiken in langfristige Investitionsmodelle einzupreisen. Obwohl die Konferenz kein regulatorisches Forum war, sollen die Ergebnisse in die kommende Klimaanpassungsstrategie des Bundesrats einfließen, die bis Dezember erwartet wird. Arbeitgeber mit international mobilen Mitarbeitenden sollten die politische Debatte aufmerksam verfolgen, da strengere Hitzeschutzvorschriften zu verpflichtenden Reise- oder Arbeitszeitregelungen für Expatriates und Vielreisende führen könnten.
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