
Im Zuge Italiens wachsender Bedenken gegenüber dem EU-Ein- und Ausreisesystem (EES) berichtete die nationale Tageszeitung Quotidiano Nazionale am 26. Juni 2026 von neuen Passagierstau-Szenen am Flughafen Rom-Fiumicino. Führungskräfte von Aeroporti di Roma erklärten der Zeitung, dass biometrische Terminals inzwischen die größte Kapazitätsgrenze des Flughafens darstellen, und forderten Brüssel auf, zeitlich begrenzte Aussetzungen bei außergewöhnlichen Spitzen zu genehmigen. Da das EES bei allen Nicht-EU-Reisenden erstmals biometrische Daten erfasst, können selbst erfahrene Fluggäste bei Fehllesungen von Fingerabdrücken oder Gesichtsbildern erneut vollständig erfasst werden müssen, was die Abfertigungszeit effektiv verdoppelt. Flughafenquellen berichten, dass die Durchsatzrate pro Terminal von vor EES 220 Passagieren pro Stunde auf nur noch 100 in Spitzenzeiten gesunken ist. Die Europäische Kommission entgegnete, dass die meisten Verzögerungen auf Personalmangel und nicht auf das System selbst zurückzuführen seien, und wies darauf hin, dass Italien bereits Flexibilitätsklauseln in Anspruch nehmen kann, wenn die nationalen Behörden dies für notwendig erachten. ADR hält dem entgegen, dass die rechtliche Haftung unklar bleibe und ein abgestimmter EU-Kommunikationsplan unerlässlich sei, um Passagierverwirrung zu vermeiden, falls Länder beginnen, Ausnahmen einseitig anzuwenden. Für Firmenreisemanager bedeutet die Debatte Unsicherheit. Einige raten inzwischen, Flughäfen wie Zürich anzusteuern, die zwar ebenfalls dem EES unterliegen, aber eine reibungslosere Erstregistrierung melden. Andere erwägen VIP-Fast-Track-Services mit Begleitung durch manuelle Kontrollstellen, die nach EU-Recht weiterhin erlaubt sind. In der kommenden Woche werden Verhandlungen zwischen dem italienischen Verkehrsministerium und der Kommission erwartet. Ein temporäres Protokoll könnte entstehen, das Flughäfen erlaubt, die biometrische Erfassung zu drosseln, sobald die Echtzeit-Warteschlangen eine noch festzulegende Schwelle überschreiten – was zumindest teilweise Entlastung vor dem traditionellen Urlaubsspitzenmonat August bringen würde.
Quelle: Quotidiano Nazionale
Wie VisaHQ helfen kann
VisaHQ vereinfacht die Visumbeantragung für Privatpersonen und Unternehmen. Prüfen Sie die aktuellen Reisebestimmungen, bereiten Sie die erforderlichen Unterlagen vor und verwalten Sie Ihren Antrag online über das VisaHQ-Portal für Italien.Mehr von Italien
Alle anzeigen
Italien veröffentlicht Rechtsrahmen für lang erwartetes Digitalnomaden-Visum
24-Stunden-Streik im öffentlichen Nahverkehr in Mailand legt U-Bahn-, Bus- und Straßenbahnverkehr lahm