
In einer Wendung, die eher an alpine Winterverhältnisse als an Hochsommer erinnert, meldete der Flughafen Zürich in den frühen Morgenstunden des 29. Juni 2026 mehrere Start- und Landebahnsperrungen, nachdem eine unerwartete Kaltfront eine Eisschicht auf Vorfeld- und Rollflächen hinterlassen hatte. Laut einem Bericht der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA), der von Blick verbreitet und vom Monitoring-Dienst EuropeSays weiterverbreitet wurde, wurden 16 Swiss International Air Lines-Flüge zu europäischen Hauptstädten – darunter Brüssel, Berlin und Frankfurt – komplett gestrichen, während dutzende weitere bis zum Vormittag verspätet waren. Das Bodenpersonal begann um 04:30 Uhr MESZ mit Enteisungsmaßnahmen, doch die Piloten mussten aufgrund längerer Taxi-Freigaben und Sicherheitsprüfungen der Bahnreibwerte mit Verzögerungen rechnen. Bis 10:15 Uhr MESZ zeigten die Abflugtafeln weiterhin durchschnittliche Verspätungen von 55 Minuten, was durch FlightStats-Daten der Flüge LX967 und LX2067 bestätigt wurde. Der Flughafenbetreiber Flughafen Zürich AG riet Reisenden, wie geplant anzureisen, jedoch die Airline-Apps auf Gate-Änderungen zu überwachen, und wies darauf hin, dass „Crew-Dienstzeitbeschränkungen und nicht die Kapazität der Start- und Landebahnen die meisten Nachmittagsausfälle verursachen werden“. Für Mobilitäts- und Personalverantwortliche verdeutlicht die Störung eine oft unterschätzte Schweizer Realität: Trotz des gemäßigten Klimas können Mikroklimavariationen im Zürcher Unterland selbst im Juni winterliche Protokolle auslösen. Unternehmen mit zeitkritischen Terminen in Europa sollten daher Morgenflüge mit Puffer einplanen oder wichtige Meetings in den Sommer-Übergangswochen virtuell abhalten. Auch die Frachtströme waren betroffen. Swiss WorldCargo verlegte zwei Frachtflüge nach New York (JFK) und Johannesburg, wodurch hochwertige Pharma-Lieferungen per Kühl-Lkw zum EuroAirport Basel transportiert werden mussten, um die GDP-Vorgaben (Good Distribution Practice) einzuhalten. Logistikmanager sollten ihre Notfallrouten insbesondere für temperaturgeführte Waren überprüfen. Der Flughafen Zürich rechnet mit einer Normalisierung des Betriebs bis 06:00 Uhr MESZ am 30. Juni, obwohl der Schweizer Wetterdienst weitere nächtliche Minusgrade vorhersagt. Die Airlines haben „tac-refund“-Richtlinien aktiviert, die es Passagieren ermöglichen, statt einer Umbuchung Flugguthaben anzufordern – eine Option, die Firmenreisebüros schnell kommunizieren sollten, um Ausgaben außerhalb der Richtlinien zu minimieren.
Quelle: EuropeSays (via SDA/Blick)