
Der Oberste Gerichtshof der USA wird voraussichtlich in den nächsten Tagen eine Entscheidung über den Versuch der Trump-Administration treffen, das Geburtsrecht auf Staatsbürgerschaft einzuschränken – ein Prinzip, das im 14. Verfassungszusatz verankert ist und besagt, dass jeder, der auf US-amerikanischem Boden geboren wird, automatisch Staatsbürger ist. Beobachter sehen in dem Urteil die bedeutendste Einwanderungsentscheidung seit einer Generation, die möglicherweise Kindern von undokumentierten Eltern die Staatsbürgerschaft verweigert. Die US-Wirtschaft verfolgt die Entwicklung aufmerksam. Ein negatives Urteil könnte die Betreuungsstrategien für ausländische Führungskräfte erschweren, Fragen zu Mutterschaftsregelungen für Expatriates aufwerfen und eine neue Gruppe von langfristigen US-Residenten ohne automatische Arbeitserlaubnis schaffen. Krankenhäuser in Grenzregionen reaktivieren Compliance-Protokolle, die zuletzt während der Razzia gegen „Mutterschaftstourismus“ 2018 angewandt wurden. Der Fall verdeutlicht auch das politische Risiko für globale Mobilitätsbudgets: Unternehmen könnten gezwungen sein, Kinder zu sponsern, die bisher automatisch einen US-Pass erhielten, was zusätzliche Anwaltskosten und Unsicherheiten im Zeitplan mit sich bringt. Einwanderungsanwälte empfehlen schwangeren Mitarbeiterinnen mit L-1- oder H-1B-Status, ihre Notfallpläne zu überprüfen – einschließlich der Beantragung eines Konsularischen Geburtsberichts für Geburten außerhalb der USA – bis das Gericht die Rechtslage klärt.
Quelle: The Independent
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