
Die chinesische Maritime Sicherheitsbehörde (MSA) hat am 2. Juli die Navigationswarnung 2026-221 herausgegeben und Schiffe aufgefordert, am 4. Juli zwischen 16:30 und 18:30 Uhr einen Bereich im nördlichen Südchinesischen Meer zu meiden. Die Sperrzone – etwa 330 km südwestlich von Hongkong – wird für den kontrollierten Abwurf verbrauchter Raketenteile eines nicht näher benannten Starts genutzt. Obwohl die Zone außerhalb der Hoheitsgewässer Hongkongs liegt, befindet sie sich auf der Haupt-Route für Tiefwassercontainer-Schiffe zwischen dem Hafen Hongkong und Singapur sowie der Straße von Malakka. Die Containerreedereien Maersk und OOCL haben bereits Kundenhinweise veröffentlicht, wonach südgehende Dienste langsamer fahren oder östlich der Paracel-Inseln ausweichen könnten, was die Transitzeit um bis zu sechs Stunden verlängert. Spediteure gehen davon aus, dass die Auswirkungen auf zeitkritische Güter moderat bleiben, da viele Schiffe Verzögerungen durch bestehende Zeitpuffer ausgleichen können. Versender von Frischwaren und Pharmazeutika sollten jedoch die Kühlkettenzeiten genau beobachten. Luftfrachtunternehmen sind nicht betroffen, da die Sperrzone außerhalb des Hongkonger Luftraums liegt. Versicherungsmakler warnen jedoch, dass ungeplante Umwege „Lieferverzögerungen“ auslösen könnten. Das Ereignis verdeutlicht die zunehmende Häufigkeit von Sicherheitshinweisen zu Weltraumstarts in regionalen Gewässern – im Perlflussdelta wurden 2025 insgesamt 31 solcher Warnungen ausgegeben, nach 18 im Jahr 2024. Mobilitäts- und Lieferkettenmanager mit expatriiertem Personal auf Schiffen sollten sicherstellen, dass die Besatzungen elektronische Notices to Mariners erhalten und ihre Fahrpläne entsprechend anpassen.
Quelle: National Business Daily