
In einer Pressemitteilung, die kurz nach Mitternacht am 3. Juli veröffentlicht wurde, bestätigte Daily Finland, dass das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit eine öffentliche Konsultation zu Änderungen des Ausländergesetzes eingeleitet hat, die darauf abzielen, die Ausbeutung ausländischer Arbeitskräfte zu verhindern. Der Entwurf würde der Finnischen Einwanderungsbehörde (Migri) die Befugnis geben, neue Aufenthaltserlaubnisse für Arbeitgeber, die verdächtigt werden, missbräuchliche Praktiken wie illegale Vermittlungsgebühren oder Unterbezahlung von Saisonarbeitern anzuwenden, auszusetzen oder zu verweigern. Nach dem Vorschlag könnte Migri ein temporäres Verbot für die Erteilung von Genehmigungen an betroffene Unternehmen verhängen und sie damit für einen definierten Zeitraum vom Arbeitsmarkt für ausländische Arbeitskräfte ausschließen. Die Regierung plant zudem, Schlupflöcher im Saisonarbeitsgesetz zu schließen, nachdem die Europäische Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet hat. Interessierte Parteien haben bis zum 27. August Zeit, Stellungnahmen abzugeben. Die Vorlage soll in der Herbstsitzung des Parlaments diskutiert werden, mit einem geplanten Inkrafttreten im März 2027. Dieser Schritt folgt auf eine Reihe von Untersuchungen zu Lohnraub in den Bereichen Beerenernte und Gastronomie. Durch die direkte Verknüpfung von Unternehmensprüfungen mit Entscheidungen über Arbeitserlaubnisse hofft Finnland, unseriöse Akteure abzuschrecken und legitimen Arbeitgebern zu versichern, dass das System nicht durch unlauteren Wettbewerb untergraben wird. Ethikrichtlinien für die Personalvermittlung, die in Zusammenarbeit mit Herkunftsländern in Asien erprobt wurden, sollen in Nebenbestimmungen verankert werden. Für multinationale Unternehmen lautet die Botschaft zweifach: Erstens, führen Sie jetzt Due-Diligence-Prüfungen bei finnischen Tochtergesellschaften und Arbeitsvermittlern durch, da Nicht-Einhaltung bald die Erteilung neuer Genehmigungen gefährden könnte; zweitens, rechnen Sie mit längeren Bearbeitungszeiten, da Migri Anträge aus Branchen mit bekanntem Missbrauchsrisiko verstärkt prüft. Mobilitätsteams sollten zudem mögliche Systemänderungen im Enter-Finland-Portal und aktualisierte Dokumentenchecklisten einplanen, sobald das Gesetz in Kraft tritt.
Quelle: Daily Finland
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