
Die deutschsprachige Tageszeitung GrenzEcho berichtete am Montag von langen Warteschlangen „bis auf das Rollfeld“ an mehreren belgischen internationalen Flughäfen, als das digitale Ein- und Ausreisesystem der EU (EES) seinen ersten großen Härtetest in der Ferienzeit bestand. Passagiere, die aus Nicht-Schengen-Ländern in Brüssel und Charleroi ankamen, mussten Wartezeiten von bis zu fünf Stunden in Kauf nehmen, da die biometrischen Kioske mit dem Ansturm der Hochsaison überfordert waren. Das seit April 2026 voll funktionsfähige EES ersetzt das manuelle Abstempeln von Pässen durch die Registrierung von Fingerabdrücken und Gesichtsscans bei Drittstaatsangehörigen. Während der Flughafen Brüssel den Großteil seiner Hardware bereits im Mai installiert hat, stellt der Bericht fest, dass Softwareprobleme und ungleichmäßige Personalbesetzung dazu führen, dass die Registrierung „deutlich länger als erwartet“ dauert, insbesondere bei Erstbesuchern. Die belgische Grenzpolizei bestätigte, dass gemäß EU-Vorschriften Teile des biometrischen Verfahrens für Zeitfenster von bis zu sechs Stunden ausgesetzt werden können, wenn die Warteschlangen unüberschaubar werden – eine Maßnahme, die am Wochenende bereits zweimal angewendet wurde. Fluggesellschaften kritisieren, dass dieses Stop-and-Go-Verfahren die Planbarkeit erschwert und sie dazu zwingt, abfliegende Flugzeuge so lange festzuhalten, bis Anschlussreisende die Einreiseformalitäten passiert haben. Für Manager der Unternehmensmobilität ist die neue Situation klar: Reisende aus Großbritannien, den USA und den meisten asiatischen Märkten sollten auf Verzögerungen bei der Erstregistrierung vorbereitet und dazu angehalten werden, die EU-Voranmeldungs-App herunterzuladen, sobald sie verfügbar ist. In der Zwischenzeit empfehlen Unternehmen ihren Mitarbeitern, frühere Züge oder späte Abendflüge ab Brüssel zu buchen, um Puffer für Anschlussverbindungen einzuplanen. Das belgische Bundesinnenministerium kündigte an, bis Mitte August zusätzliche E-Gates am Flughafen Brüssel zu installieren und einen Pilotversuch mit einer „Business Lane“ für Kunden mit Prioritätspässen durchzuführen. Bis dahin müssen Fluggesellschaften und Passagiere eine Sommerzeit voller Anlaufschwierigkeiten in Kauf nehmen, während der Schengen-Raum seine Grenzarchitektur modernisiert.
Quelle: GrenzEcho
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