
Italiens Fluggesellschaft ITA Airways erlitt am 7. Juli ihren schwersten Arbeitskampf seit der Gründung 2023: Piloten, Flugbegleiter und Bodenpersonal legten einen 24-stündigen Streik ein, zeitgleich mit dem Ausstand der Fluglotsen. Das Unternehmen sagte vorsorglich 142 Inlands- und Kurzstreckenflüge in Europa ab und buchte 20.000 Passagiere um, während Langstreckenflüge nach New York und São Paulo mit reduzierter Frequenz durchgeführt wurden. Die Gewerkschaften ANPAC und ANPAV erklärten, die Verhandlungen über Dienstpläne und Müdigkeitsmanagement seien ins Stocken geraten. Zudem schaffe die geplante Fusion mit Lufthansa „zusätzliche Unsicherheit“ bezüglich der Crew-Standorte. Die Geschäftsleitung bot einen einmaligen Sommerbonus von 600 Euro an, lehnte jedoch die Forderung ab, die Gehälter an Lufthansa CityLine anzugleichen. Der doppelte Streik führte zu erheblichen Verzögerungen an Sicherheitskontrollen und Gepäckbändern, besonders am Terminal 1 des Flughafens Rom Fiumicino. Reisende mit Anschlussflügen aus den USA verpassten Züge nach Florenz und Bologna, was die Dominoeffekte auf das gesamte Mobilitätssystem Italiens verdeutlicht. Firmen mit starker Italien-Exponierung wurden aufgefordert, PNRs für flexible Umbuchungen zu kennzeichnen und auf Tageszugoptionen wie Trenitalias Frecciarossa zurückzugreifen, der die Kapazität auf der Strecke Mailand-Rom um 12 % erhöhte. Da am 15. Juli eine Vermittlung im Wirtschaftsministerium geplant ist, warnen Risikoexperten vor weiteren Arbeitsniederlegungen und empfehlen Unternehmen, kritische Dienstreisen in der Hauptsaison nur mit Managerfreigabe zu genehmigen.
Quelle: AK&M Newswire