
Millionen Menschen wachten am 8. Juli auf und stellten fest, dass Australiens größtes Mobilfunknetz ausgefallen war. Laut ABC führte der frühmorgendliche Ausfall bei Telstra zu einem stundenlangen Stillstand von Sprach-, Daten- und EFTPOS-Diensten – teilweise bis zu acht Stunden. In Victoria wurden alle V/Line-Züge eingestellt, ebenso mehrere Regionalstrecken in New South Wales. Am Flughafen Sydney funktionierten Geldautomaten nicht mehr, und Kartenterminals, die auf Telstra 4G angewiesen sind, blieben stumm, was Passagiere zwang, auf WLAN und alternative Zahlungsmethoden auszuweichen. Bundesminister bezeichneten die Störung als „tief besorgniserregend“ und wiesen darauf hin, dass besonders Urlauber und Geschäftsreisende während der Hauptreisezeit der Schulferien betroffen waren. Die Australian Rail Track Corporation stoppte den Güterverkehr auf ihrem 9.500 Kilometer langen Netz, was die Verwundbarkeit nationaler Logistikketten bei Ausfällen einzelner Telekommunikationsanbieter verdeutlicht. Telstra hat inzwischen 90 % des Datenverkehrs wiederhergestellt und führt den Ausfall auf Zeit-Synchronisationsknoten in den zentralen Rechenzentren zurück – ein Cyberangriff wurde ausgeschlossen. Die Australian Communications and Media Authority wird den Vorfall jedoch untersuchen. Der Vorfall folgt auf den Optus-Ausfall im vergangenen Jahr und erneuert die Forderungen nach verbindlichen Zuverlässigkeitsstandards, ähnlich denen für Energieversorger. Für Mobilitätsmanager ist der Ausfall eine Mahnung, dass Notfallpläne auch die Telekommunikation abdecken müssen. Experten empfehlen, Mitarbeitern Dual-SIM-Handys oder eSIMs bei konkurrierenden Anbietern bereitzustellen, Reiseteams mit Offline-Bordkarten auszustatten und bei der Planung von Bodenverkehr mehr Zeit einzuplanen, wenn Zugsteuerung oder Ticketing auf mobile Daten angewiesen sind. Branchenverbände fordern Flughäfen und Bahnbetreiber auf, kritische Systeme, die von einem einzigen Anbieter abhängen, zu überprüfen und Roaming- oder Satelliten-Backups einzurichten, um künftige Ausfälle zu vermeiden, die Reisende strandeten oder Notrufe gefährdeten.
Quelle: ABC News