
Am 8. Juli wurden australische Dienstreisende im öffentlichen Sektor mit einer bedeutenden Verfahrensänderung konfrontiert: Das Finanzministerium hat stillschweigend seine **FAQs – Airlines und Reisemanagementdienste** aktualisiert und bestätigt, dass *jede* offizielle Reise, die in Australien beginnt – ob national oder international – über das gesamte australische Regierungsreisemanagementunternehmen Corporate Travel Management (CTM) gebucht werden muss. Die neue Regelung verschärft die bisherige Empfehlung, die lediglich die Nutzung des Panel-Anbieters „empfohlen“ hatte. Künftig sind Behörden verpflichtet, Dienstreisen von Sydney nach London, Positionierungsflüge von Canberra nach Sydney, VIP-Charter sowie Hotel- und Mietwagenbuchungen über CTMs Online-Buchungstool (OBT) oder dessen Berater zu organisieren. Das Finanzministerium begründet die Vorgabe damit, dass so „alle Reisedaten genau erfasst und gemeldet, eine bessere Kontrolle ermöglicht und ausgehandelte Tarife gesichert werden“. Praktisch bedeutet das, dass Verantwortliche ihre internen Genehmigungsprozesse anpassen, Gelegenheitsreisende im Umgang mit dem CTM-OBT schulen und sicherstellen müssen, dass die Codes für den günstigsten verfügbaren Tarif (LPF) sowie den besten internationalen Tagespreis (IBF) beim Kauf erfasst werden. Reisende, die Vielfliegermeilen sammeln möchten, gehen leer aus: Die aktualisierte Richtlinie bestätigt, dass Bonuspunkte seit 2010 nicht mehr vergeben werden, Statuspunkte jedoch weiterhin anfallen. Für Anbieter festigt die Anordnung CTMs Vormachtstellung im 500-Millionen-Austral-Dollar schweren Regierungsflugmarkt und lenkt die Nachfrage verstärkt auf die Panel-Airlines Qantas, Virgin Australia, Singapore Airlines und Rex. Nicht-Panel-Fluggesellschaften sind zwar weiterhin erlaubt, müssen aber eine nachvollziehbare Kosten-Nutzen-Begründung vorlegen. Private Mobilitätsteams, die australische Regierungsaufträge betreuen, müssen ihre Buchungsprozesse und Abrechnungssysteme innerhalb von 30 Tagen anpassen, um konform zu bleiben – andernfalls drohen Prüfungsbeanstandungen gemäß dem Public Governance, Performance and Accountability Act.
Quelle: Department of Finance