
Der Flughafen Wien-Schwechat verzeichnete im Juni einen Rückgang des Passagieraufkommens um 5,9 % im Vergleich zum Vorjahr und bediente 2,83 Millionen Reisende gegenüber etwas mehr als 3 Millionen im Vorjahr. Die Geschäftsleitung führt dies vor allem auf die anhaltende Reduzierung von Billigflugverbindungen und Streckenstreichungen im Zusammenhang mit der langwierigen Krise im Nahen Osten zurück. Der Rückgang fällt damit stärker aus als der kumulierte Rückgang von 3,2 % im Zeitraum Januar bis Juni, was darauf hindeutet, dass die geopolitische Instabilität die Auswirkungen auf das wichtigste Drehkreuz Österreichs beschleunigt. Mehrere Golf-Airlines haben ihre Frequenzen reduziert, während europäische Billigfluggesellschaften Kapazitäten auf Freizeitstrecken im Mittelmeerraum verlagert haben. Im Gegensatz dazu stieg die Fracht um 5 % auf 27.058 Tonnen, was die Rolle des Flughafens als Logistikdrehscheibe für Mitteleuropa unterstreicht. Für Geschäftsreisemanager bedeuten die Zahlen eine engere Sitzplatzverfügbarkeit auf wichtigen Langstrecken- und Regionalverbindungen für den Rest des Sommers. Austrian Airlines bedient weiterhin mehr als 120 Ziele, doch die Kapazitäten im Billigsegment sind deutlich gesunken; Ryanair fliegt nun 73 europäische Städte an, einige weniger als 2025. Unternehmen berichten bereits von höheren Last-Minute-Tarifen nach Tel Aviv, Amman und Dubai und empfehlen, mindestens vier Wochen im Voraus zu buchen. Positiv zu vermerken sind die starken Ergebnisse des Flughafens Wien im ersten Quartal (Nettogewinn um 5,3 % auf 42 Millionen Euro), wodurch wichtige Infrastrukturprojekte weiterhin planmäßig voranschreiten. Der Betreiber investiert bis 2030 insgesamt 1,5 Milliarden Euro in Terminalmodernisierungen und Nachhaltigkeitsprojekte – darunter die Installation von CT-Flüssigkeitsscannern an allen Sicherheitskontrollen in diesem Monat –, was mittelfristig den Passagierfluss erleichtern soll. Spezialisten für globale Mobilität sollten die aktuellen Kapazitätsengpässe und mögliche Flugplanänderungen bei der Einsatzplanung berücksichtigen. Wo kritisches Personal den Nahen Osten durchqueren muss, könnten Ausweichrouten über Frankfurt oder Istanbul ratsam sein, bis sich die politische Lage entspannt.
Quelle: ORF.at (Niederösterreich)