
Eurostar-Passagiere auf den Strecken zwischen Belgien, Frankreich, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich erlebten am Freitag, den 17. Juli 2026, einen schwierigen Start ins Wochenende. Der Hochgeschwindigkeitsbetreiber kündigte eine Welle von Ausfällen und erheblichen Verspätungen im gesamten Netz an. Auf der Live-Service-Seite wurden mehr als ein Dutzend einzelne Vorfälle aufgeführt – darunter komplette Ausfälle einiger London-Brüssel-Verbindungen, anhaltende Verspätungen in Brüssel-Midi/Zuid und Antwerpen-Centraal sowie daraus resultierende Staus im französischen und deutschen Schienennetz. Eurostar führte die Störungen auf „betriebliche Einschränkungen“ zurück, die die Zugwege sowohl im belgischen als auch in den angrenzenden Bahnsystemen beeinträchtigten. Branchenquellen berichteten der belgischen Tageszeitung De Standaard, dass der unmittelbare Auslöser eine ungeplante Geschwindigkeitsbegrenzung nahe der französisch-belgischen Grenze nach nächtlichen Infrastrukturarbeiten war, die die Streckenkapazität während des morgendlichen Berufsverkehrs reduzierte. Auch die SNCB/NMBS meldete Probleme im Inlandsnetz, was die Engpässe verschärfte. Für die internationale Geschäftswelt hätte das Timing kaum ungünstiger sein können. Der Freitag zählt zu den verkehrsreichsten Tagen für Pendler über den Ärmelkanal, EU-Beamte auf dem Weg zwischen Brüssel und London sowie Sommerurlauber. Die Global Mobility Practice von KPMG Belgien warnte Firmenkunden davor, mit verpassten Terminen zu rechnen, und empfahl, flexible Ticketoptionen zu prüfen. Dabei betonte sie, dass „Eurostar für viele multinationale Einsätze weiterhin die bevorzugte Alternative zu Kurzstreckenflügen ist“. Während Eurostar kostenlose Umbuchungen oder Rückerstattungen anbot, kritisierten Fahrgastgruppen wie London-Brussels Commuters, dass diese Optionen Reisenden mit festen Terminen am selben Tag wenig halfen. Der Vorfall verdeutlichte zudem die anhaltende Verwundbarkeit von Eurostar durch die Infrastruktur, die von drei verschiedenen Bahnbetreibern verwaltet wird – eine Erinnerung daran, dass selbst nach dem Fahrgastwachstum nach der COVID-Pandemie eine belastbare grenzüberschreitende Schienenkapazität unerlässlich ist. Belgische Mobilitätsbehörden rieten Reisenden, Echtzeit-Updates genau zu verfolgen und mehr Pufferzeiten in grenzüberschreitende Reisepläne einzubauen, insbesondere vor dem erwarteten Anstieg der Reisetätigkeit Ende Juli. Angesichts weiterer geplanter Bauarbeiten in diesem Sommer sollten Unternehmen, die auf Eurostar für regelmäßige Personalwechsel angewiesen sind, ihre Reisemanagement-Richtlinien überdenken und, wo möglich, hybride oder Remote-Alternativen in Betracht ziehen.
Quelle: Eurostar – Live Service Updates
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