
Nur Stunden nachdem die USA eine 90-Tage-Grenze für I-1-Visa eingeführt hatten, erklärte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lin Jian, gegenüber Journalisten, dass die neue Regelung „chinesische Medien aus ideologischen Gründen unterdrückt“ und gegen das Prinzip der Gegenseitigkeit verstoße. Er warnte, dass Peking „notwendige Gegenmaßnahmen ergreifen wird“, falls die Beschränkungen nicht aufgehoben werden, und deutete an, dass US-Journalisten in China strengere Akkreditierungsverlängerungen erwarten könnten. Chinesische Medien mit Korrespondenten in den USA – von staatlichen Xinhua bis zu privat finanzierten Tech-Medien – müssen nun vierteljährliche Verlängerungsanträge stellen, zusätzliche Anwaltskosten tragen und riskieren, dass Mitarbeitern während laufender Einsätze Verlängerungen verweigert werden. Einige Organisationen planen bereits, ihre Reporterteams in Vancouver oder Mexiko-Stadt zu stationieren, um die Berichterstattung in Nordamerika ohne US-Visa aufrechtzuerhalten. Für multinationale Konzerne ergibt sich ein weiteres Problem: China reagiert traditionell mit Verzögerungen bei J-1-Kulturaustauschgenehmigungen oder S-Visaverlängerungen für US-Auftragnehmer, die an Medien- oder Lokalisierungsprojekten arbeiten. Kommunikations- und Marketingabteilungen sollten bevorstehende Presseveranstaltungen mit US-Journalisten in China genau prüfen. Lin Jian betonte, dass China „normale zwischenmenschliche Kontakte“ unterstütze, aber „politisch motivierte Unterdrückung“ nicht akzeptiere. Mobilitätsexperten gehen davon aus, dass Vergeltungsmaßnahmen gezielt und nicht flächendeckend ausfallen werden, warnen jedoch, dass eine Eskalation auf weitere Geschäftsreisekategorien übergreifen könnte, falls Gespräche scheitern. Personalabteilungen mit ausländischen Medienmitarbeitern in China sollten Notfallpläne für Personalwechsel bereithalten und sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter bei der örtlichen Polizeibehörde über die Hotline 12367 registriert sind, um aktuelle Visa-Informationen in Echtzeit zu erhalten.
Quelle: Xinhua / People’s Daily Online