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Visumfreie Reisende machen im ersten Halbjahr 2026 78 % aller Auslandsankünfte in China aus

Juli 19, 2026
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Visumfreie Reisende machen im ersten Halbjahr 2026 78 % aller Auslandsankünfte in China aus
Chinas Experiment mit großflächigen einseitigen Visafreiheiten scheint Früchte zu tragen. Laut Daten, die am 18. Juli von der Nationalen Einwanderungsbehörde (NIA) veröffentlicht und von People’s Daily Online berichtet wurden, reisten zwischen Januar und Juni 2026 insgesamt 22,91 Millionen Ausländer ins chinesische Festland – ein Anstieg von 20,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Davon nutzten 17,82 Millionen, also 77,7 Prozent, das 30-tägige visafreie Einreiseprogramm, das Peking in den letzten zwei Jahren schrittweise auf 50 Länder ausgeweitet hat.

Der Anstieg ist besonders in den großen Wirtschaftszentren spürbar: Der Flughafen Shanghai Pudong verzeichnete in sechs Monaten 4,3 Millionen visafreie Passagiere, während die Landgrenzübergänge in Shenzhen 2,1 Millionen abfertigten, so die Behörden. Die Buchungen von Inhabern deutscher, französischer und australischer Pässe – die neu auf der Visafreiliste stehen – haben sich laut den Tourismusplattformen Fliggy und Trip.com mehr als verdoppelt. Fluggesellschaften reagieren darauf, indem sie die Frequenzen auf Europa-China-Strecken auf das Vorkrisenniveau zurückführen und in der geschäftigen Nord-Sommersaison zusätzliche Großraumflugzeuge einsetzen.

Visumfreie Reisende machen im ersten Halbjahr 2026 78 % aller Auslandsankünfte in China aus


Über die Tourismuseinnahmen hinaus sind diese Zahlen auch für Manager der Unternehmensmobilität von Bedeutung. Die visafreie Einreise spart zwei bis drei Wochen Vorlaufzeit bei dringenden technischen Serviceeinsätzen und Inbetriebnahmen von Anlagen – ein immer häufiger werdender Bedarf, da multinationale Hersteller ihre Aktivitäten in den chinesischen Binnenprovinzen ausweiten. Mehrere Fortune-500-Unternehmen berichteten dem Autor, dass sie ihre globalen Reiserichtlinien bereits angepasst haben: Mitarbeiter aus berechtigten Ländern dürfen nun mit 48 Stunden Vorlauf nach China reisen, sofern der Aufenthalt unter 30 Tagen liegt und keine bezahlte Arbeit im Land ausgeübt wird.

Der Zustrom verdeutlicht auch Kapazitätsengpässe. Die NIA gibt an, dass die durchschnittliche Bearbeitungszeit an den Einwanderungsschaltern am Flughafen Peking Capital (PEK) dank 120 zusätzlicher e-Gates seit April auf 41 Sekunden pro Passagier gesunken ist, dennoch können Spitzenzeiten Warteschlangen von über 35 Minuten verursachen. Die Behörde kündigte an, vor der Golden Week im Oktober spezielle „Business-Reisenden“-Schleusen an sieben Flughäfen zu eröffnen und eine zweite Charge digitaler Ankunftskarten einzuführen, die Daten von Vielfliegern vorab laden.

Für Fachleute im Bereich Mobilität ist die wichtigste Erkenntnis, dass China seinen Kurs kaum ändern wird. Die Behörden bestätigten, dass die aktuelle Visafreiheitsregelung mindestens bis zum 31. Dezember 2026 läuft und Kabinettsgespräche stattfinden, um das Programm für OECD-Länder mit gegenseitigen Kurzaufenthaltsabkommen dauerhaft zu machen. Unternehmen sollten daher ihre Reisendenprofile überprüfen, sicherstellen, dass HRIS-Systeme die Passnationalität erfassen, und Mitarbeiter über erlaubte Aktivitäten (kein bezahlter Job, keine journalistische Tätigkeit oder langfristiges Studium) informieren, um unbeabsichtigte Verstöße zu vermeiden.
Quelle: People’s Daily Online

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