
Die Generaldirektion Migration und Inneres der Europäischen Kommission hat neue operative Leitlinien zum EU-Ein- und Ausreisesystem (EES) veröffentlicht, das seit dem 10. April 2026 an allen externen Schengen-Außengrenzen vollständig in Betrieb ist. In einer Pressemitteilung vom 27. Juli 2026 in Brüssel wurden die Reisendenkategorien aufgeführt, die von der biometrischen Registrierung ausgenommen sind, die nun das manuelle Stempeln von Pässen an Flughäfen, Häfen und Landgrenzen im gesamten Schengen-Raum ersetzt. Die meisten visumfreien Drittstaatsangehörigen, die für Kurzaufenthalte in den Schengen-Raum einreisen, müssen bei der ersten Einreise Fingerabdrücke und ein Gesichtsscan vorlegen. Reisende mit einem nationalen Langzeitvisum oder einer Aufenthaltserlaubnis eines Schengen-Staates sind hingegen von der biometrischen Erfassung bei jeder Grenzüberquerung befreit – die Grenzbeamten prüfen lediglich das Dokument und verzichten auf das EES-Verfahren. Die Leitlinien machen deutlich, dass diese Ausnahme derzeit nicht für Zypern oder Irland gilt: Inhaber zyprischer oder irischer Aufenthaltstitel und Langzeitvisa werden vorerst wie andere Nicht-EU-Besucher im EES erfasst. Für zyprische Unternehmen, die Nicht-EU-Beschäftigte mit lokalen Aufenthaltstiteln beschäftigen, bedeutet dies, dass Mitarbeiter bei der ersten Abreise nach dem 10. April mit der vollständigen biometrischen Erfassung rechnen müssen. Die erfassten Daten bleiben drei Jahre lang oder bis zum Ablauf des Reisedokuments gültig, je nachdem, was zuerst eintritt. Arbeitgeber werden empfohlen, ihre reisenden Mitarbeiter auf die möglicherweise längere Wartezeit an automatisierten Kontrollstellen bei der nächsten Schengen-Grenzüberquerung vorzubereiten. Praktisch beseitigt diese Klarstellung die bisherige Verwirrung unter zyprischen Aufenthaltstitelinhabern, die davon ausgingen, wie Inhaber von Aufenthaltstiteln anderer Schengen-Staaten behandelt zu werden. Reiseverantwortliche sollten ihre Vorabinformationen aktualisieren und Wartezeiten an wichtigen Verkehrsknotenpunkten wie Athen, Wien und Frankfurt einplanen, wo das neue System bereits über 145 Millionen Einzelpassagen verarbeitet hat. Langfristig signalisiert die Erklärung, dass Zypern weiterhin als „außerhalb“ des operativen Schengen-Rahmens betrachtet wird, bis der Beitritt voraussichtlich Ende 2026 oder Anfang 2027 abgeschlossen ist. Nach dem formellen Beitritt Zyperns werden dessen Aufenthaltstitel von der EES-Ausnahme profitieren, was künftige Reisen für die große Expat-Gemeinschaft der Insel erheblich erleichtern wird.