
Mehrere britische Universitäten haben die internationalen Bewerbungen für ihre Master-by-Research-Programme (MRes) abrupt gestoppt, nachdem sie Anfragen von UK Visas & Immigration (UKVI) zu einem unerwarteten Anstieg der Einschreibungen aus dem Ausland erhalten hatten. Times Higher Education berichtet, dass die Nachfrage nach MRes-Kursen aus dem Ausland im Studienjahr 2024-25 um 135 % gestiegen ist, nachdem Studierende in lehrbasierten Masterprogrammen keine Angehörigen mehr mitbringen dürfen – eine Einschränkung, die für Forschungs-Master nicht gilt. UKVI hat nun die Hochschulen mit stark gestiegenen MRes-Zahlen kontaktiert und gewarnt, dass Kurse mit hohen Ablehnungsquoten die Lizenz der Universität im neuen Rot/Amber/Grün-Compliance-Bewertungssystem gefährden könnten. Die Robert Gordon University, die University of Derby und mindestens vier weitere Institutionen haben die Bewerbungen für den MRes-Herbstsemester 2026 gestoppt und verweisen auf „strategische“ Überprüfungen der internationalen Rekrutierung. Branchenquellen berichten, dass Universitäten ihre Zielmärkte und Interviewverfahren überdenken, um die Ablehnungsquote unter der 5 %-Grenze zu halten, ab der Sanktionen drohen. Einige haben die Englisch-Sprachanforderungen verschärft und Bewerbungsfristen vorgezogen, um mehr Zeit für Glaubwürdigkeitsinterviews zu gewinnen. Die Verschärfung folgt auf politische Bedenken, dass einige Agenten MRes-Kurse als „Familienvisum-Umgehung“ beworben hatten. Minister hatten gedroht, das Verbot für Angehörige auch auf Forschungs-Master auszuweiten, doch das Innenministerium scheint nun gezielte Compliance-Maßnahmen zu bevorzugen. Universities UK und die Russell Group haben ihre Mitglieder aufgefordert, keine Schlupflöcher für kurzfristige Einnahmen auszunutzen, die dem Ruf des Sektors schaden könnten. Für Teams, die globale oder interne Mobilität betreuen, ist die Botschaft klar: Mitarbeitende oder Klienten, die Familienmitglieder über den MRes-Weg sponsern wollen, sollten prüfen, ob die gewählte Hochschule noch eine gültige Sponsor-Lizenz besitzt und ob die Kurse weiterhin offen sind. Recruiter müssen zudem mit längeren Bearbeitungszeiten rechnen, da die Universitäten zusätzliche Prüfverfahren einführen. Der Vorfall zeigt, dass die Regeln für die Mobilität von Studierenden im Vereinigten Königreich weiterhin im Fluss sind und Unternehmen, die auf postgraduale Wege für Talente setzen, mehr Vorlaufzeit in ihre Umzugspläne einplanen sollten.
Quelle: Times Higher Education
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