
Das Heimatschutzministerium veröffentlichte am 28. Juli 2026 stillschweigend eine vorläufige endgültige Regelung, die die Bearbeitung von positiven Asylanträgen grundlegend verändert. Ab dem 28. September dürfen Asylbeamte der USCIS – müssen aber nicht – das herkömmliche persönliche Interview überspringen und bestimmte Fälle direkt an das Executive Office for Immigration Review (EOIR) zur Entscheidung durch einen Einwanderungsrichter weiterleiten. Laut der Regelung richtet sich die Änderung auf Anträge, die entweder offensichtlich betrügerisch sind oder anderweitig wenig Aussicht auf Erfolg haben, mit dem Ziel, den Rekordrückstau von 1,3 Millionen Asylfällen zu reduzieren. Die USCIS argumentiert, dass das Wegfallen eines „unnötigen Interviews“ Ressourcen der Behörde schont und die Gesamtbearbeitungszeit verkürzt, sodass sich die Beamten auf stärkere Fälle konzentrieren können. Für Antragsteller hat dies weitreichende praktische Folgen. Die Weiterleitung an das EOIR bedeutet die Einleitung eines Abschiebungsverfahrens, die Pflicht zur Teilnahme an Terminen zur Fallkoordination und Hauptverhandlungen und verlängert in der Regel den Weg zu einer endgültigen Entscheidung. Anwälte weisen darauf hin, dass Asylsuchende dadurch auch die begleitenden Vorteile eines laufenden positiven Antrags verlieren – insbesondere die Berechtigung auf eine Arbeitserlaubnis 180 Tage nach Antragstellung. Wirtschafts- und Einwanderungsakteure beobachten die Entwicklung genau, da viele unternehmensinterne Mitarbeiter und internationale Studierende Asyl als Übergangslösung nutzen, wenn andere Visamöglichkeiten wegfallen. Der Wegfall des Interview-Schritts könnte Unternehmen dazu zwingen, schneller zu entscheiden, ob sie die Kosten für eine Verteidigung gegen Abschiebung für wertvolle Mitarbeiter übernehmen. Zudem könnte sich die Zahl der Ausländer, die während der Asylprüfung legal arbeiten dürfen, verringern. Kommentare zur vorläufigen Regelung sind 60 Tage nach Veröffentlichung möglich, doch das DHS hat die „guten Gründe“-Ausnahme genutzt, um die Regelung sofort wirksam werden zu lassen. Rechtsstreitigkeiten gelten als wahrscheinlich; mehrere Interessenvertretungen haben bereits angekündigt, die Regelung als Verstoß gegen die Verfahrensrechte nach dem Einwanderungs- und Staatsangehörigkeitsgesetz anzufechten.
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