
Eine wenig bekannte Regelung, die seit 2019 bestimmten Flüchtlingen in Kanada erlaubte, nicht angemeldete Familienmitglieder zu sponsern, ist ausgelaufen, bestätigte Immigration, Refugees and Citizenship Canada (IRCC) am 14. September. Das Ministerium teilte mit, dass die Ausnahmeregelung am 10. September beendet wurde, nachdem Beamte „mögliche Integritätsbedenken“ geäußert hatten, ohne diese näher zu spezifizieren. Unter dieser Maßnahme wurden rund 2.000 Anträge gestellt, mit einer Zustimmungsrate von 90 %. Die Regelung wurde eingeführt, um Fälle zu adressieren, in denen Flüchtlinge – oft aus Kriegsgebieten – neugeborene Kinder, gleichgeschlechtliche Partner oder faktische Ehepartner nicht in ihren ursprünglichen Unterlagen angegeben hatten. Befürworter argumentieren, dass betroffene Familien ohne diese Ausnahme auf humanitäre und mitfühlende Anträge angewiesen sind, ein langwieriger Prozess mit Wartezeiten von „mehr als 10 Jahren“, so das IRCC-eigene Portal. Rechtsexperten warnen, dass das Auslaufen der Regelung die Trennung von Familien verlängert und verzweifelte Neuankömmlinge dazu treiben könnte, informelle Wege zu suchen, was das Risiko von Ausbeutung erhöht. Jamie Liew, Professor an der Universität Ottawa, bezeichnet die Begründung als „äußerst vage“ und weist darauf hin, dass die Regierung keine Belege für Missbrauch vorgelegt hat. Der Canadian Council for Refugees hat sich mit einem Schreiben an Einwanderungsministerin Lena Metlege Diab gewandt und fordert die sofortige Wiedereinführung der Regelung. Aus Sicht der Unternehmensmobilität erschwert die Änderung die Personalplanung für Arbeitgeber, die geschützte Personen und Flüchtlingsbewerber einstellen oder versetzen. Ohne einen klaren Weg zur Familienzusammenführung von Ehepartnern und Kindern könnte die Mitarbeiterbindung leiden, da Beschäftigte eine Weiterwanderung in Länder mit schnelleren Wiedervereinigungsregelungen in Betracht ziehen. Organisationen sollten ihre betroffenen Mitarbeitergruppen überprüfen und sich darauf vorbereiten, pro bono oder subventionierte Rechtsanträge zu unterstützen, während sie auf neue Richtlinien warten.
Quelle: CityNews / Canadian Press
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