
Das flämische Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Innovation hat neue Richtwerte für die Bearbeitungszeiten von Arbeitserlaubnisanträgen veröffentlicht, die über das bundesweite Portal „Working in Belgium“ eingereicht werden. Ab Mitte September 2026 werden Erstbewerbungen für hochqualifizierte Fachkräfte, Führungskräfte, Inhaber der EU Blue Card und Forscher innerhalb von zwei Wochen bearbeitet, während Anträge für gewöhnliche Fachkräfte mit mittlerer Qualifikation eine Wartezeit von vier Wochen haben. Nach der regionalen Genehmigung werden die Dossiers automatisch an das Bundesamt für Migration weitergeleitet, das für den Aufenthaltsanteil der Einheitsgenehmigung zuständig ist. Dort sieht die Lage weniger positiv aus: Erstgenehmigungen dauern auf Bundesebene nun 15 bis 16 Wochen, bei Statuswechseln sind es sogar 17 Wochen – etwa zwei Wochen länger als im Juni. Die Behörden führen dies auf einen „großen Antragsansturm“ und die Sommerferien zurück. Für Arbeitgeber bedeutet dies, dass der gesamte Prozess für eine neue Einstellung aus einem Nicht-EU-Land mehr als 18 Wochen in Anspruch nehmen kann. Unternehmen, die im vierten Quartal neue Mitarbeiter einstellen wollen, werden daher dringend gebeten, die Anträge mindestens vier Monate im Voraus einzureichen und die Kandidaten anzuweisen, erst nach Erhalt des D-Visums Reisen zu buchen. Das Update enthält zudem Hinweise zur Dokumentation: Unvollständige Gehaltsabrechnungen sind weiterhin die Hauptursache für Verzögerungen bei Verlängerungen, und die Region nutzt jetzt ausschließlich den digitalen Posteingang e-Box, um zusätzliche Informationen anzufordern – HR-Teams müssen die Plattform daher täglich überprüfen. Obwohl die Zahlen nur Richtwerte sind, dienen sie globalen Mobilitätsmanagern als Orientierung, um die Erwartungen der Mitarbeiter zu steuern und Projektstarttermine abzustimmen. Da Brüssel-Hauptstadt und Wallonien nächste Woche ihre eigenen September-Daten veröffentlichen, wird genau beobachtet, ob der Rückstau in Flandern eine Ausnahme oder Teil eines nationalen Trends ist.