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Belgisches Kabinett verstärkt Personal am Einwanderungsberufungsgericht zur Bewältigung wachsender Rückstände

Sept. 18, 2026
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Belgisches Kabinett verstärkt Personal am Einwanderungsberufungsgericht zur Bewältigung wachsender Rückstände
Während seiner elektronischen Sitzung am 18. September genehmigte der belgische Ministerrat einen Entwurf für ein königliches Dekret, das die Zahl der Gerichtsschreiber (Griffiers) beim Raad voor Vreemdelingenbetwistingen (Rat für Einwanderungsstreitigkeiten, RVV) von 14 auf 18 erhöhen soll – die erste Personalaufstockung des Gerichts seit 2015. Der von der Ministerin für Asyl und Migration, Anneleen Van Bossuyt, eingebrachte Vorschlag wird nun dem Staatsrat zur dringenden Stellungnahme vorgelegt.

Der RVV ist die letzte administrative Instanz für Berufungen gegen Visumsablehnungen, den Entzug von Aufenthaltserlaubnissen und andere migrationsrechtliche Entscheidungen. Seit 2015 hat sich die Zahl der Richter am Gericht fast verdoppelt – von 34 auf 62 – ohne eine entsprechende Erhöhung der administrativen Unterstützung. Dadurch mussten junge Juristen und Verwaltungsassistenten von der inhaltlichen Fallbearbeitung abgezogen werden, um Schreibertätigkeiten zu übernehmen, was die Bearbeitung verlangsamte und das Fehlerpotenzial erhöhte.

Belgisches Kabinett verstärkt Personal am Einwanderungsberufungsgericht zur Bewältigung wachsender Rückstände


Für Arbeitgeber, die nicht-europäische Fachkräfte beschäftigen, ist der Rückstau zu einem Engpass geworden: Verzögerte Entscheidungen bei Arbeitsgenehmigungsablehnungen oder Familienzusammenführungen können Schlüsselmitarbeiter in der Schwebe halten und Unternehmen einem Risiko von Compliance-Strafen aussetzen. Laut Branchenverband Federgon haben sich die durchschnittlichen Bearbeitungszeiten für komplexe Berufungen auf bis zu 11 Monate verlängert – deutlich über dem EU-Standard für „angemessene Fristen“.

Die vier zusätzlichen Griffiers sollen es ermöglichen, dass jeder Schreiber künftig drei bis vier Richter unterstützt statt bisher fünf, was die Erstellung schriftlicher Entscheidungen beschleunigt und Verschiebungen reduziert. Die Aufstockung ist zwar moderat, aber symbolisch bedeutsam. Belgien führt ehrgeizige Reformen ein – vom neuen Ein- und Ausreisesystem bis zu überarbeiteten Quoten für die Wirtschaftsmigration – doch diese Maßnahmen sind auf eine zeitnahe und rechtlich fundierte Entscheidungsfindung angewiesen.

Beteiligte hatten befürchtet, dass chronische Unterbesetzung die Wirkung der Reformen untergraben könnte. Angesichts der bevorstehenden Parlamentswahlen 2027 ist die Regierung bestrebt, Fortschritte im Migrationsmanagement zu zeigen, ohne dabei zu nachgiebig zu wirken. Praktisch sollten multinationale Unternehmen weiterhin mehrere Monate Vorlaufzeit für mögliche Berufungen einplanen, doch der RVV-Stapel könnte sich ab Anfang 2027 allmählich verringern, falls das Dekret diesen Winter in Kraft tritt. Rechtsexperten empfehlen Unternehmen, weiterhin vollständig dokumentierte Anträge einzureichen, um Streitigkeiten vorzubeugen, und die anstehenden Haushaltsverhandlungen zu verfolgen, die zusätzliche Mittel für die Digitalisierung des Gerichts freisetzen könnten.
Quelle: News.belgium

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