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OECD-Bericht „International Migration Outlook 2025“: Belgien verschärft Regeln zur Familienzusammenführung und kämpft mit Fachkräftemangel

Nov. 4, 2025
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OECD-Bericht „International Migration Outlook 2025“: Belgien verschärft Regeln zur Familienzusammenführung und kämpft mit Fachkräftemangel
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichte am 3. November 2025 ihren Leitbericht „International Migration Outlook 2025“. Belgien, dessen neue „Arizona“-Koalition die Migrationskontrolle zur politischen Priorität erklärt hat, erhält im Länderbericht besondere Aufmerksamkeit. Der Bericht stellt fest, dass die dauerhafte Zuwanderung nach Belgien im Jahr 2024 um 6 % auf etwas über 167.000 Personen gestiegen ist, vor allem bedingt durch Ukrainer unter der EU-Richtlinie zum vorübergehenden Schutz sowie anhaltende Zuzüge im Rahmen der Familienzusammenführung.

Gleichzeitig weist die OECD darauf hin, dass Belgien zu den nur drei EU-Staaten gehört, die die Einkommensgrenze für Familiennachzug auf über 110 % des garantierten Mindestlohns angehoben und eine zweijährige Wartezeit für Begünstigte subsidiären Schutzes eingeführt haben. Laut OECD „könnte dies die demografische Erneuerung verlangsamen, gerade in einer Zeit, in der belgische Arbeitgeber Rekordzahlen an offenen Stellen im Gesundheitswesen, in der IT und im Ingenieurwesen verzeichnen“. Das Think-Tank warnt zudem, dass strengere Regelungen multinationale Unternehmen dazu veranlassen könnten, regionale Funktionen in die Niederlande oder nach Irland zu verlagern, wo die Kriterien für mitreisende Familienangehörige lockerer sind.

OECD-Bericht „International Migration Outlook 2025“: Belgien verschärft Regeln zur Familienzusammenführung und kämpft mit Fachkräftemangel


Im Bereich Talentgewinnung lobt der Outlook Belgien für die Ausstellung von mehr als 4.300 EU Blue Cards im Jahr 2024 – ein Anstieg von 40 % im Vergleich zum Vorjahr – nachdem Flandern die Bearbeitungszeiten auf drei Wochen verkürzt hat. Die Verteilung ist jedoch uneinheitlich: Wallonien genehmigte weniger als 200 hochqualifizierte Arbeitserlaubnisse, was auf Sprachvoraussetzungen und niedrigere Gehaltsniveaus zurückzuführen ist. Die OECD fordert Bund und Regionen auf, die Anerkennung ausländischer Qualifikationen zu harmonisieren und landesweit englischsprachige Arbeitsverträge zuzulassen.

Für Personal- und Global-Mobility-Manager lautet die Botschaft zweigleisig: Erstens bleiben Belgiens Kanäle für hochqualifizierte Arbeitserlaubnisse attraktiv, doch sollten HR-Teams längere Bearbeitungszeiten und höhere Gehaltsanforderungen für Ehepartner, Partner und Kinder einkalkulieren. Zweitens schaffen Engpässe in MINT-Berufen und Pflegeberufen Chancen für Arbeitgeber, die sich in den neuen Regelungen zurechtfinden – vorausgesetzt, die Umzugspakete beinhalten Sprachkurse und langfristige Familienunterstützung.
Quelle: OECD

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